Ab Montag (12. Januar) steht William Mollers mal wieder an einer Tankstelle und streckt den Daumen raus. Diesmal gemeinsam mit seinem Freund Lou. Die beiden wollen von Berlin nach Lissabon trampen und zwar möglichst schnell. William trampt schon lange. Die Strecke Rom-Berlin hat er schon einmal in zwei Tagen geschafft. Für ihn ist Trampen Meditation.

"Das wird eine meiner größten Reisen", sagt William Mollers. Der 28-Jährige freut sich schon, wenn er ab Montag mit seinem Freund Lou gemeinsam von Berlin nach Lissabon trampen will. Die beiden haben ihre Route vorab ein wenig geplant und sich gut für den Winter vorbereitet. Denn an diesen kalten Tagen kann es schnell frisch werden, bis der nächste Autofahrer die Wagentür öffnet.

Trampen mit Zeitdruck

"Je schneller wir in Lissabon sind, desto länger können wir dort bleiben", sagt William. Seit 2011 trampt er regelmäßig. William ist in Australien geboren und lebt seit 2009 überwiegend in Deutschland. Zurzeit lebt er in Berlin, wo er als Touristenführer arbeitet.

"Ich bin schon oft von München nach Berlin getrampt", sagt William. Teils sei er schneller gewesen als wenn er den Bus genommen hätte. Die Strecke Rom-Berlin hat er schon einmal in zwei Tagen geschafft in mehr als zehn verschiedenen Autos. Dass es überhaupt nicht läuft beim Trampen, das hat William noch nie erlebt.

"Trampen ist für mich eine Art Meditation. Man muss positiv drauf sein, niemand will schlecht gelaunte Tramper mitnehmen."
William Mollers, Tramper und Touristenführer

Am besten sei es, Leute direkt anzusprechen, zum Beispiel an einer Tankstelle. Die potentiellen Mitnehmer können sich dann ein Bild machen und Vertrauen gewinnen. Auch sei es wichtig gut drauf zu sein, niemand will schlecht gelaunte Tramper mitnehmen. Und natürlich braucht man auch Ausdauer.

Oft nehmen William Geschäftsleute mit, die alleine reisen und ein wenig Unterhaltung wollen. Aber auch Fahrer, die selbst früher getrampt sind.

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