In Berlin startet die "Fruit Logistica", die Messe für frisches Obst und Gemüse. Exotische Früchte trenden, aber heimische Obstsorten und Beeren sind in diesem Jahr auch voll im Kommen. Allerdings gibt es auch ein paar fragwürdigen Entwicklungen auf dem Obstmarkt.

Es gibt auch in diesem Jahr wieder viele exotische Früchte, die der nächste Trend werden könnten – beispielsweise die Schwarze Sapote aus Mexiko. Sie wird auch Schokoladenpudding-Frucht genannt, weil ihr Fruchtfleisch selbigem ähnelt und auch so schmecken soll.

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Da die Frucht in Deutschland aber nur schwer zu bekommen ist, könnte es schwierig werden mit dem Trend.

Das Obst, das wir am liebsten mögen und am häufigsten essen, sind dann doch eher die Klassiker, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt. Richtig gut laufen Bananen mit gut 16 Kilo im Jahr pro Haushalt. Dahinter liegen Äpfel gefolgt von Orangen, Melonen und Weintrauben.

"Bei den meistgekauften Obstsorten in Deutschland war zuletzt die Banane ganz vorne mit gut 16 Kilo im Jahr, pro Haushalt. Knapp dahinter der Apfel."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Zuletzt aufgeholt haben aber auch noch andere Obstarten, sagt Hans-Christoph Behr, Obst-Fachmann bei der Agrarmarkt Informationsgesellschaft. Er spricht von einem Beeren-Boom – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Vor allem die Strauchbeeren, Himbeeren, Blaubeeren und Brombeeren seien auf dem Vormarsch. Ihr gemeinsamer Vorteil: Sie sind zu 100 Prozent essbar und daher gut zu snacken.

Trend geht auch zu alten Obstsorten

Da Beeren sich hervorragend für Müslis eignen, seien sie auch bei Hotels für Frühstücksbuffets beliebt. Und allen regionalen und saisonalen Trends zum Trotz würden Himbeeren oder Blaubeeren auch das ganze Jahr über fleißig gekauft.

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Unter den exotischen Obstarten laufen laut dem Experten nach wie vor Avocados und Mangos sehr gut. Neben diesen Big Playern gibt es auch noch einen kleinen, ganz anderen Trend: alte Obstsorten.

Das Problem sei nur, dass sie selten angebaut würden, sagt Carina Pfeffer, Landschaftsarchitektin und Pomologin. Häufig würden Menschen zu ihr kommen, die solche Sorten gerne kaufen würden, es aber nicht können. Wenn, dann gebe es sie am Marktstand oder im Hofverkauf.

"Es gibt ganz selten mal einen kleinen Hofverkauf und Marktstand, wo alte Obstsorten verkauft werden. Und es kommen immer Menschen zu mir, die möchten sie gerne kaufen, aber können es nicht."
Carina Pfeffer, Landschaftsarchitektin und Pomologin

Schade, denn die alten Apfelsorten seien oft gesünder und hätten eine viel größere Geschmacksvielfalt als die wenigen Sorten, die wir im Supermarkt bekämen, sagt Carina Pfeffer. Ihr Favorit unter den alten Apfelsorten ist der Luxenburger Triumph – ein saftiger, ausgewogen süß-sauer Apfel mit und einem ganz besonderen Aroma, sagt sie. Kaufen könne man ihn nicht, man müsse schon wissen, auf welchen Wiesen die Bäume stehen.

Kritik an Fresh-Cut-Obst

Eine andere Entwicklung auf dem Obstmarkt sieht Carina Pfeffer eher kritisch. Das sogenannte Fresh Cut Obst – beispielsweise fertig geschälte Ananas oder fertige Obstsalate. Es gibt sogar neue Apfelsorten, die extra dafür gezüchtet, genetisch manipuliert und nicht mehr braun werden, nachdem sie aufgeschnitten wurden. Für den Verbraucher sei nicht zu erkennen, wie alt das Obst ist, obwohl es vielleicht schon längst vergammelt sei, kritisiert sie.

"Selbst wenn die Äpfel schon völlig vergammelt sind, sehen die immer noch top aus. Der Verbraucher kann nicht erkennen, wie alt der schon ist, wenn er aufgeschnitten ist. Das muss absolut nicht sein."
Carina Pfeffer, Landschaftsarchitektin und Pomologin