Wenn das Schlafzimmer nicht mehr kühl zu kriegen ist, dann leidet unser Schlaf. Wie sehr, dazu gibt es Erkenntnisse aus der Schlafforschung. Aber auch Tipps, die uns helfen können, besser durch heiße Nächte zu kommen.
Unsere Körpertemperatur schwankt im Laufe des Tages. Abends beginnt sie, um etwa ein Grad zu sinken und das schafft optimale Voraussetzungen für einen guten Schlaf.
"Dieses Abkühlen erreicht unser Körper über feine Gefäßgeflechte in den Händen und Füßen. Da strömt dann warmes Blut durch, und Wärme wird abgegeben."
Und genau das ist schwer, wenn die Zimmertemperatur hoch ist, betont die Schlafforscherin. Denn das Temperaturgefälle, das der Körper nutzt, wenn es im Schlafzimmer beispielsweise angenehme 18 Grad sind, fällt weg, wenn sich der aufgeheizte Raum kaum unter 25 Grad oder mehr abkühlen lässt. Das Ergebnis ist ein unterbrochener, weniger erholsamer Schlaf.
Das Gefühl, deutlich weniger geschlafen zu haben
Forschende aus Slowenien haben die Bedingungen einer Hitzewelle im Schlaflabor hergestellt und getestet, wie die Proband*innen schlafen konnten. Tagsüber hatte das Schlaflabor eine Temperatur von rund 35 Grad, nachts dann knapp über 26 Grad.
"Aus den Daten kann man schlussfolgern, dass man während einer Hitzewelle das Gefühl hat, deutlich weniger geschlafen zu haben.“
Andere Studien konnten zeigen, dass auch die Schlafzusammensetzung leidet. Tief- und REM-Schlaf werden deutlich weniger und man verbringt mehr Zeit im Leichtschlaf.
Erholsamer Schlaf durch Tiefschlafphasen
Im Tiefschlaf wird unser innerer Akku aufgefüllt und der REM-Schlaf ist das Schlafstadium, in dem wir besonders lebhaft träumen. Der REM-Schlaf wird mit der Informationsverarbeitung in unserem Gehirn in Verbindung gebracht. Alle Schlafphasen zu durchlaufen, ist wichtig, um erholt aufzuwachen.
Wir können also sagen, dass Nächte, in denen es im Schlafzimmer zu heiß ist, nicht gut für uns sind.
"Unter dem schlechten Schlaf leidet vermutlich vielfach die Konzentration, auch die Fehleranfälligkeit steigt, man fällt eher in ein Mittagstief, wenn die nächtliche Erholung fehlt.."
Das Wichtigste in besonders heißen Nächten ist also, sich abzukühlen.
Tipps von Christine Blume, um besser zu schlafen:
- Ein lauwarmes Fußbad oder eine lauwarme Dusche am Abend können helfen, abzukühlen. Eiskalt duschen sollte man nicht, denn das kann dazu führen, dass der Körper gegensteuert und noch mehr Wärme produziert.
- Eine Wärmflasche als Kühlflasche umfunktionieren. Die Flasche mit Wasser füllen und im Kühlschrank lagern. Am Abend kühlt sie im Bett angenehm.
- Was es für Tiere gibt, kann auch Menschen helfen: eine Kühldecke. Das Gel in der Decke nimmt Wärme auf und trägt sie so vom Körper weg. Darauf zu schlafen, kann helfen.
- Ein Powernap oder eine Siesta am Tag können helfen, mit dem schlechten Schlaf in der Nacht besser zurechtzukommen und tagsüber etwas Erholung zu bekommen.
- Nachsichtig mit sich sein! Stress und Schlaf vertragen sich nicht, und die Hitzewelle geht auch wieder vorbei.
In dieser Folge "Über Schlafen" sprechen Schlafforscherin Christine Blume und Wissenschaftsjournalistin Ilka Knigge auch darüber, wer unter der Hitze besonders leidet und welche Tipps gegen Hitze aus dem Netz etwas taugen.
Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.
- Tropennächte und der Klimawandel
- Wie sich die Temperatur auf den Schlaf auswirkt
- Beeinträchtigung am Tag und gesundheitliche Folgen
- Mythencheck und Tipps
