Vom Menschen vertriebene Tierarten kehren zurück und neue Wälder bestimmen die Landschaft. Die Katastrophe von Tschernobyl ist eine große Chance für die Tier- und Pflanzenwelt.

Seit dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 ist das Sperrgebiet rund um das havarierte Atomkraftwerk praktisch eine Welt für sich, ganz ohne Menschen. Der Kameramann und Dokumentarfilmer Gerrit Schmitz war mit seiner Kamera schon sieben Mal vor Ort. Ihn erinnert die Sperrzone mit einem Radius von 30 Kilometern an eine verlassene und sehr stille Bergregion, die kein Grundrauschen durch Autos stört. Die Häuser in der Stadt Prypjat sind zum Teil zerfallen und vermitteln den Eindruck eines Industriegebiets.

Für die Natur scheint die ausgetretene Radioaktivität aber kein unüberwindbares Hindernis zu sein. Zumindest begegnet Gerrit Schmitz bei seinen Streifzügen unterschiedlichen Tierarten.

Natur funktioniert auch ohne Menschen

Elche, Füchse, Wölfe und Wildschweine kreuzen seinen Weg und auch die Pflanzenwelt erobert sich das verseuchte Gebiet Schritt für Schritt zurück. In vielen ehemaligen Hauptstraßen dominieren neue Baumbestände die Szenerie.

Die Rückkehr der Wälder in der Gegend scheint auch der seit einem Jahrhundert verschwundene Braunbär zu nutzen. Bilder von Kamerafallen eines Forscherteams unter der Leitung von Mike Wood von der University of Salford dokumentieren eindeutig, dass der Bär sich wieder das nimmt, was ihm eigentlich zusteht. Genauso wie die seltenen Luchse und Uhus.

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