Es waren blutige Tage in Kiew. Bei schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden Dutzende Menschen getötet. Aber Rentner, die Steine für Barrikaden sammeln, und eine junge Krankenschwester rühren das Netz.

Im Netz haben einige Bilder von den Protesten für Aufsehen gesorgt. Da ist zum einen ein Foto, das über den Twitter-Account des ukrainischen TV-Reporters Vitalii Sediuk verbreitet wurde. Normalerweise steht er in Los Angeles am roten Teppich und führt Interviews mit Promis. Jetzt retweetet er Material aus seiner Heimat.

Steine in der Plastiktüte

Etwas das hier: In einer verkohlten apokalyptischen Kriegsszenerie mit abgefackelten Autoreifen steht eine Babuschka. Ihre Kleidung, die Pelzmütze, die Handtasche, alles sieht ganz alltäglich aus. Auch die große Plastiktüte, mit der sie wahrscheinlich normalerweise Einkäufe vom Markt nach Hause trägt. Jetzt sammelt sie darin Pflastersteine - für die Demonstranten auf den Barrikaden. Auch Christopher Miller, der ukrainisch-amerikanische Online-Redakteur der Kiew-Post, erzählt in einem Interview mit der Global Post, dass sich viele ältere Ukrainer an den Protesten beteiligten.

Blut läuft über ihre Finger

Überhaupt gab es in all dem Chaos und zwischen all den Fotos und Videos von Verwundeten und Erschossenen viele berührende Bilder von Menschen, die versuchen, in dieser schwierigen Situation anderen zu helfen.

Da ist etwa Olesya Zhukovka, Jahrgang 1993, die offenbar erst vor ein paar Tagen aus der Provinz nach Kiew gereist ist, um sich an den Protesten zu beteiligen. Olesya Zhukovka twitterte gestern auf dem Höhepunkt der Gewalt plötzlich "I am dying!" Fotos tauchten auf, die Olesya zeigten, die in den Nacken getroffen wurde. Ihre Hand greift an ihre Wunde, Blut läuft über ihre Finger, in der anderen Hand hält sie ihr Handy. Gegen Abend kommt die gute Nachricht: Olesya wurde operiert - sie lebt.