Es war seine eigene Idee: Elon Musk fragte auf Twitter, ob er ein Aktienpaket verkaufen soll. Das Ergebnis war: ja. Verkauft er jetzt? Und will er mit der Aktion vor allem gegen die geplante Milliardärssteuer stänkern?

24 Stunden lief die Abstimmung auf Twitter, an der über 3,5 Millionen Userinnen und User teilnahmen. Das Ergebnis: Fast 58 Prozent stimmten mit Ja und damit dafür, dass Elon Musk ein Paket mit zehn Prozent seiner Tesla-Aktien verkaufen soll. 42 Prozent sagten: nein.

Keine Steuern auf Aktien

Elon Musk hatte vorab versprochen, dass er sich an das Ergebnis der Umfrage hält. Egal, wie diese ausgeht. Löst er sein Versprechen ein und verkauft das Aktienpaket, könnte er damit laut US-Medienunternehmen Bloomberg 21 Milliarden US-Dollar Gewinn machen. So viel Wert haben die Tesla-Aktien aktuell.

Den Gewinn aus dem Aktienverkauf müsste Elon Musk versteuern. Rund acht Milliarden US-Dollar an Steuern würden anfallen, so unsere Netzreporterin Martina Schulte. Bei einem US-Spitzensteuersatz von 37 Prozent.

Auf den "reinen" Besitz von Aktien entfallen keine Steuern, so Martina. "Allein seine Tesla-Aktien haben einen Wert von 230 Milliarden US-Dollar." Steuern werden erst fällig, wenn Aktien mit Gewinn verkauft werden.

Elon Musk lehnt geplante "Milliardärssteuer" ab

Acht Milliarden US-Dollar Steuern sind eine verdammt hohe Summe, aber Elon Musk würde Geld sparen im Vergleich zur sogenannten Milliardärssteuer, die in den USA diskutiert wird. Und gegen die sich Elon Musk zuletzt ausgesprochen hatte.

Die "Milliardärssteuer" wird zurzeit im US-Kongress diskutiert. Sie sieht eine jährliche Kapitalertragssteuer von 23,8 Prozent vor. Besonders Reiche sollen dann nicht nur Steuern zahlen, wenn sie durch Aktienverkäufe Gewinnen erzielen, sondern auch wenn sie die Aktien halten, aber ihr Kurswert steigt. Mit der Steuer, die US-Präsident Joe Biden durchsetzen will, sollen Sozial- und Klimaprojekte finanziert werden.

"Beobachter werten die Umfrage von Elon Musk eher als Trotzreaktion."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Kommt die "Milliardärssteuer" müsste der US-Unternehmer dann rund 80 Milliarden US-Dollar Steuern auf sein Aktienvermögen zahlen, so Martina. Und nicht nur Elon Musk gehört zu den besonders Reichen in den USA, sondern rund 700 weitere Steuerzahler und -zahlerinnen. Sie haben ein Vermögen von mehr als einer Milliarde US-Dollar oder ihr Jahreseinkommen lag drei Jahre in Folge bei über 100 Millionen US-Dollar.

Elon Musk lehnt die geplante Steuer jedenfalls ab. Er sieht unter anderem seine Marsmission gefährdet, so t3n, wenn er mehr Steuern zahlen müsse. Und die US-Staatsverschuldung ließe sich ohnehin auch durch diese Steuer nur marginal drücken.

Ob der US-Unternehmer mit seiner Twitter-Aktion vor allem gegen die geplante "Milliardärssteuer" protestieren wollte, ist unklar. Auch, ob er jetzt wirklich verkauft. Und überhaupt, ob er ohnehin vor hatte zu verkaufen.