43 UN-Blauhelmsoldaten sind auf den Golanhöhen gefangen genommen worden. Was die Al-Nusra-Front mit ihnen vorhat, ist unklar.

Alles schaut im Moment auf den Irak - aber auch in Syrien gewinnen radikale Islamisten zunehmend Land und Macht. Gestern soll die Al-Nusra-Front 43 UN-Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen gefangen genommen haben. Vorgestern haben die Milizen die Grenzregion und auch den Grenzposten erobert. Dabei haben sie mehr als 20 syrische Soldaten getötet. Gestern Morgen nahmen sie dann die Uno-Truppe gefangen.

Noch ist unklar, was die Al-Nusra-Front mit ihren Gefangenen vorhat. In ähnlichen Fällen wurden Gefangene als Faustpfand eingesetzt. Vielleicht fühlte sich die Miliz auch von der bewaffneten Uno-Truppe bedroht. Am Wahrscheinlichsten sei aber, dass Al-Nusra ihre Geiseln als menschliche Schutzschilde einsetzen will, erklärt unser Korrespondent Martin Zagatta.

Menschliches Schutzschild?

Mittlerweile gibt es mehrere islamistische Gruppierungen in Syrien, die auch gegeneinander kämpfen. So sind in der vergangenen Woche Videos aufgetaucht, die zeigen sollen, wie Kämpfer des IS Angehörige der Al-Nusra-Front köpfen.

"Die verschiedenen Rebellentruppen sind mittlerweile unabhängig voneinander, sogar verfeindet."
Martin Zagatta, Korrespondent in Kairo

Präsident Baschar al-Assad gibt in der Region um Damaskus weiterhin den Ton an. Er hat sogar etwas an Boden gewonnen, sagt Martin Zagatta. Die Islamisten habe Assad lange gewähren lassen, weil er in den liberalen Kräften in Syrien eine größere Bedrohung gesehen habe.

Nach dem Vorfall auf den Golanhöhen hat Israel umgehend seine Truppen in der Region verstärkt. Die Rebellen haben aber sofort erklärt, dass sich ihre Aktion auf den Golanhöhen nicht gegen Israel richte. Das langfristige Ziel der Islamisten ist aber auch klar: Sie wollen Jerusalem befreien.