Besser aufs Frühstück verzichten, denn das sei ungesund, empfiehlt ein britischer Forscher. Wir haben mit Nima gesprochen. Denn der geht noch ein bisschen weiter: Er isst nur zwischen 16.00 und 24.00 Uhr.

Aufstehen, Kaffee oder Tee, dann arbeiten, arbeiten, arbeiten - Erst wenn Nima gegen vier Uhr nach Hause kommt, wird gegessen. Nima ist 30 Jahre alt, lebt im schwedischen Norrköping, arbeitet dort als Arzt und hat sich schon vor vielen Jahren diesen Ernährungsstil zugelegt. "Die meisten Leute denken, dass ich mittags superhungrig sein müsste." Dem ist aber nicht so, auch wenn seine Essenszeit frühestens um vier beginnt.

"Ich bin niemals hungrig. Denn wenn es so wäre, würde ich das nie machen. Ich mag es nicht, ein Hungergefühl zu haben."
Nima Elhami, Arzt aus Norrköping über seine ungewöhnliche Ernährungsweise

Damit tickt er ähnlich wie der Biochemiker Terence Kealey: "Wer bis zum Mittag fastet, der ist auch den Rest des Tages weniger hungrig.". Der britische Forscher sorgt mit seiner Frühstücksthese gerade für ziemlich viel Furore. Er behauptet sogar, Frühstück sei generell schlecht, vor allem wenn es viele Kohlenhydrate enthält. Er erklärt das damit, dass eine Mahlzeit am Morgen dazu führe, dass der Blutzuckerspiegel stark ansteige. Auf Dauer könne dies zu einer Insulin-Resistenz führen.

Auch wenn die Grundidee bei Nima ähnlich klingt. Für ihn geht es vor allem um eins: Die Ernährung passt zu ihm, seinem Hungergefühl und seiner Lebensweise. So sei er beispielsweise eher ein Nachtmensch.

"Ich hatte als Kind immer das Gefühl, dass meine Mutter mich gedrängt hat früh morgens etwas zu essen. Und ich hatte am Morgen noch nie einen großen Appetit."
Nima Elhami

Wirklich bewusst umgestellt hat er seinen Ernährungsrhythmus vor etwa fünf Jahren. Im Medizinstudium arbeitete er in einem Projekt mit Patienten, denen keine Diät helfen konnte. Eine Behandlungsoption, die in dem Projekt getestet wurde, war das Fasten am Tag. Das hat Nima dann direkt selbst ausprobiert. Und ist dabei geblieben.

Nima isst erst ab 16 Uhr nachmittags
© DRadio Wissen

Auch mit vollem Bauch prima schlafen

Ob er selbst überhaupt Hunger verspürt, ist sehr unterschiedlich. Das hängt von der Tagesform ab, wie viel er am Abend zuvor gegessen hat - oder auch was. Ganz dogmatisch geht er seine Ernährungsregel auch nicht an: Wird er doch mal zum Frühstück, Brunch oder Lunch eingeladen, sagt er, verkrafte er das auch. Gerade für seine Familie sei Frühstück quasi ein soziales Event. Da redet er sich dann auch nicht raus.

Auch wenn Nima nicht missionieren will, hat er einen Tipp, um sein echtes Hungergefühl auszutesten. Statt sich direkt morgens etwas zu essen reinzuhauen, empfiehlt er auszuprobieren, was zwei Gläser Wasser am Morgen bewirken. Vielleicht ist es eher der Flüssigkeit, die dem Körper fehlt und nicht das Essen?

"Ich glaube nicht an Diäten. Wir lieben es zu essen!"
Nima Elhami

"Ich plane eigentlich schon tagsüber, was ich abends kochen werde." Gegen den ersten Heißhunger gibt es Früchte, und dann "ganz normales Essen: Salat, Fleisch undsoweiter". Eine nächtliche Fressorgie wird das dann bei ihm allerdings nicht. Er esse in den acht Stunden nicht mehr als die meisten anderen über den Tag verteilt. Er fühle sich fit. Auch das typische Suppenkoma am Mittag kennt er nicht. Dafür kann er mit vollem Bauch prima schlafen.

Vermutlich gibt es auch etliche Studien, die Nimas Ernährungsrezept widersprechen. Aber Nima sagt: "Mir geht es super damit". Und er ergänzt: Eine Freundin von ihm macht es übrigens genau andersherum. Sie isst nur zwischen 8.00 und 16.00 Uhr.