Menstruationstassen sind mittlerweile eine relativ bekannte Alternative zu Binden oder Tampons. Ein internationales Team von Forscherinnen hat jetzt untersucht, wie gut die Cups im Vergleich abschneiden. Ihr Ergebnis: Die Tassen sind mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser.

Menstruationstassen sind mittlerweile schon ein paar Jahre auf dem Markt. Auch wir haben die kleinen Becher getestet, die aus medizinischem Silikon, Gummi oder Latex hergestellt werden. Sie sehen aus wie kleine Eierbecher, die man zusammenfaltet und dann in die Scheide einführt. Dort falten sie sich wieder auf und fangen das Blut auf. Das Konzept existiere mindestens schon seit den 1930er-Jahren, aber erst in den letzten Jahren wurden die Menstruationstassen stärker vermarktet, sagt Tobias Jobke aus unserer Nachrichtenredaktion.

Effektiv und umweltfreundlich

In ihrer Studie kommt das Forscherteam zu einem positiven Ergebnis: Im Vergleich seien die Menstruationstassen mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser als Binden oder Tampons.

"Die Forscherinnen kommen zu dem Fazit, dass Menstruationscups mindestens genauso gut sind wie Binden oder Tampons, wenn nicht sogar besser."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Laut Studie lassen Menstruationstassen eher weniger Blut durch als Tampons. Sie seien aber nicht nur wirkungsvoll, sondern auch umweltfreundlich, weil sie mehrfach verwendet werden können. In der Anschaffung seien sie zwar erst mal teurer als Binden oder Tampons, die Tassen können dafür bis zu zehn Jahre lang genutzt werden.

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Für ihre Untersuchung haben die Forscherinnen über 43 Befragungen ausgewertet, bei denen seit den 1960er-Jahren mehr als 3.000 Frauen aus Industrie- und Entwicklungsländern mitgemacht haben. Die Mehrzahl der Frauen habe gute Erfahrungen mit den Tassen gemacht, so Tobias Jobke, der sich die Studie genau angeschaut hat. Etwa 70 Prozent wollen die Cups auch weiter nutzen.

"Die Mehrzahl der Frauen hat gute Erfahrungen damit gemacht, etwa 70 Prozent wollten die Cups auch weiter verwenden."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Mehr als 70 Frauen bekamen allerdings auch Probleme mit der Tasse. So kam es bei einer Frau zu einer lebensgefährliche Infektion, andere Frauen hätten über Schmerzen oder Verletzungen geklagt, ihre Spirale löste sich nach dem Einsetzen des Cups oder der Cup ging nicht wieder raus, so Tobias.

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Weltweit gibt es ungefähr 1,9 Milliarden Frauen im Menstruationsalter. Zahlen dazu, wie viele von ihnen Cups benutzen, gibt es keine. Vor diesem Hintergrund sei es schwierig mit nur 3000 Studienteilnehmerinnen allgemeingültige Aussagen zu treffen, hier brauche es mehr Forschung, sagt Tobias. Dennoch würden die Wissenschaftlerinnen aus dem ausgewerteten Material das Fazit ziehen: Cups seien eine sichere Alternative.

"Aus dem Material, das die Forscherinnen jetzt ausgewertet haben, ziehen sie aber wie gesagt das Fazit: Cups sind eine sichere Alternative."
Tobias Jobke, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Auch wenn die Studie nicht repräsentativ sei, habe die Auswertung keine Hinweise gefunden, dass das Infektionsrisiko höher sei als bei Tampons, sagt Tobias. Wichtig in der Anwendung sei natürlich, auf saubere Hände zu achten, da bei Menstruationstassen im Vergleich zum Tampon mehrere Finger zum Einsatz kommen. Außerdem müsse der Cup nach der Benutzung immer sorgfältig gesäubert werden.