Volle Terminals, lange Wartezeiten und die Sorge, den Flieger zu verpassen: Gerade in der Ferienzeit kann die Reise schon vor dem Abflug stressig werden. Wie viel Puffer sinnvoll ist und was Reisende im Ernstfall beachten sollten.
Nur auf den letzten Drücker noch den Flieger noch erwischen – das kann passieren, in vielen Fällen könnt ihr das aber auch vermeiden. Bei Flügen innerhalb Europas reichen offiziell zwei Stunden vor Abflug aus, bei Langstreckenflügen solltet ihr eher drei Stunden vorher da sein, erklärt unser Reporter Christian Schmitt.
Entscheidend ist aber nicht die Abflugzeit, sondern das Boarding, das meist etwa 45 Minuten vorher beginnt. Gerade in der Ferienzeit müsst ihr mit langen Wartezeiten an den Flughäfen rechnen.
Verzögerungen am Flughafen – Beweise sammeln
Denn auch, wenn ihr früh genug am Flughafen seid, könnt ihr durch Check-in und Sicherheitskontrolle viel Zeit verlieren und im schlimmsten Fall den Flieger verpassen. Sobald absehbar ist, dass es knapp wird, solltet ihr deshalb Beweise dafür sammeln, dass es nicht an euch lag, dass ihr es nicht mehr rechtzeitig in den Flieger geschafft habt, rät Feyza Türkön vom Fluggastrechte-Portal Flightright.
"So viele Beweise wie möglich sammeln, dass man verspätet weggekommen ist von der Sicherheitskontrolle und es nicht daran lag, dass man zu spät am Flughafen angekommen ist."
Das könnten etwa Parktickets, Fotos oder eine Bestätigung von Mitreisenden sein. Auch eine Quittung über die Wartezeit könne helfen. Wichtig sei, möglichst genau zu dokumentieren, dass die Verzögerung an der Sicherheitskontrolle entstanden ist und nicht daran lag, dass ihr einfach zu spät am Flughafen angekommen seid, so Feyza Türkön.
Flug verpasst? Wann die Airline zahlen muss
Entscheidend ist auch, wo die Verzögerung entsteht, ergänzt Deutschlandfunk-Nova Christian Schmitt: Dauert der Check-in bei der Airline zu lang und wird deshalb der Flug verpasst, greift die europäische Fluggastrechte-Verordnung. Die Airline muss dann kostenlos umbuchen, bis dahin für Verpflegung sorgen und je nach Strecke 250 bis 600 Euro Entschädigung zahlen.
Bei langen Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle ist dagegen die Bundespolizei zuständig. Das macht Ansprüche deutlich komplizierter, so Christian.
Ist ein Self-Check-in möglich, dann nutzt die Möglichkeit. Auch das Gepäck lässt sich an vielen Automaten selbst abgeben. Das spart in der Regel Zeit und kann helfen, lange Schlangen zu vermeiden.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Wartezeiten des Flughafens und in Reiseforen. Dort kann man sich informieren, ob es gerade Probleme bei der Sicherheitskontrolle gibt und zu welchen Zeiten besonders viel los ist, rät unser Reporter.
"Fliege ich zur Randzeit, wo ich weiß, dass sowieso nicht so viel Flugverkehr ist, brauche ich weniger Vorlaufzeit als mitten in der Hochsaison."
Wenn ihr flexibel seid, dann rät Feyza Türkön dazu, Randzeiten zu nutzen. Außerhalb der Stoßzeiten und mitten in der Hochsaison seien die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle in der Regel immer kürzer.
