Urlaubsschreck

So überlebst du den Krokodilangriff

Ein Krokodilangriff gehört wirklich zu den seltenen Urlaubserlebnissen. Einer Britin ist das aber in Australien passiert. Am besten hilft: gar nicht erst in so eine Situation kommen.

Es passierte bei einem Spaziergang im Norden des australischen Bundestaats Queensland. Mit der Handykamera filmen britische Touristinnen ein paar Schlammspringer, kleine Amphibien, an einem Bachlauf, als sie plötzlich von links angegriffen werden. Ein etwa zwei Meter großes Leistenkrokodil erwischt eine der Frauen am Oberschenkel. 

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Die Kamera läuft, als das Krokodil hervorschnellt, und das Video vom Angriff geht viral. In Großbritannien und Australien läuft derweil die Diskussion, wie sich solche Vorfälle verhindern lassen.

Spezialität: Sie kommen aus dem Nichts

Denis Müller ist Zoodirektor in Halle und Krokodilkenner. Für ihn verlief der Angriff ganz typisch: "Das Krokodil ist ein Lauerjäger, es schleicht sich an seine Beute heran und kann sich dann extremst lautlos aus dem Wasser anschleichen, bis es aus einem kurzen Sprint zuschlägt."  

Und tatsächlich sind Krokodile nicht ohne, sie können sogar auf Äste klettern, hunderte Kilo schwer und bis zu fünf Meter lang werden. Pro Jahr werden etwa einige Hundert bis Tausend Menschen von Krokodilen attackiert. Wenn sie angreifen, dann hat das auch mit Hunger zu tun, meint Denis Müller.

"Wir füttern unsere Krokodile einmal die Woche. Sie sind gewohnt, dass Tierpfleger und Bewacher auf die Anlage treten und sind dann sehr nett im Umgang. In der Natur ist das eine andere Geschichte: da haben wir es mit dem Überlebenskampf zu tun."
Denis Müller, Zoodirektor in Halle und Krokodilfan

In der Regel seien Krokodile eher scheu und die meisten in ihrem Speiseplan auf Fische ausgerichtet. "Es gibt aber auch einige Arten wie das Nil- oder Leistenkrokodil, die am Ufer patroullieren und dort jagen", erklärt Zoodirektor Denis Müller. Vorzugsweise nachts oder ab der Dämmerung. 

Von daher lautet die Empfehlung für solche Regionen, bestätigt auch Denis Müller: "In Gegenden, wo das ist, ist man tatsächlich gut beraten, nicht einfach so an einem Ufer spazieren zu gehen oder im trüben Wasser baden zu gehen, wenn das nicht ausdrücklich dafür freigegeben ist."

Mach's wie ein Zebra

Zurück zur Statistik - denn die zeigt, dass die Touristin ordentlich Glück gehabt hat. Wenn ein Krokodil einen Menschen angreift, endet das in etwa der Hälfte der Fälle tödlich. Als Jäger kennen die Tiere mehrere Methoden: festbeißen, die Beine wegreißen, ins Wasser ziehen oder Schläge verteilen. Denis Müller hat aber eine letzte Rettungsidee. Inspiriert von Zebras - sie beißen gezielt in die Augen des Angreifers, wenn sie attackiert werden.

"Ein großer Druck in die Augen ist das einzige, was einen dann noch aus der Umklammerung irgendwo befreien könnte. Also mit den Daumen volle Kanne zudrücken. Ob man die Nerven in der Situation allerdings noch hat... "
Denis Müller, Zoodirektor in Halle und Krokodilfan

Darüber hinaus gibt es folgende Verhaltensweise: sich informieren und auf die Warnhinweise der Locals hören. Den Umgang mit Krokodilen sind die Australier gewohnt. Aggressive Tiere sind bekannt und werden gemeldet. Und selbst beim kleinen Bachlauf, diesen lieber meiden. 

Vorsicht: Unbedingt! Panik: Nein.

Denn längst nicht alle Storys über "Das Ding aus dem Sumpf" sind auch wahr. Im Pazifikkrieg 1945 sollen fast 1.000 japanische Soldaten von hunderten Krokodilen in Burma getötet worden sein, Belege dazu gibt es aber weder von japanischen oder burmesischen Zeitzeugen und auch nicht in englischen Kriegsberichten.