Donald-Trump-Fans sind treu. Unter seinen Anhängern ist der US-Präsident nach wie vor beliebt. Dennoch fehlen seinem Populismus eine organisierte Führung und ein stabiles Netzwerk. Was das für die US-Präsidentschaftswahlen 2020 bedeutet, erzählen die Politikwissenschaftler Michael Dreyer und Tim Niendorf.

Erst am 3. November nächsten Jahres, also 2020, sind in den USA Präsidentschaftswahlen. Die ersten Vorwahlen finden in etwas über einem halben Jahr statt. Schon jetzt bringen viele demokratische Kandidaten ihre Namen ins Spiel: Sie alle verbindet die Überzeugung, Donald Trump schlagen zu können.

"Ich gehe fest davon aus, dass ein langfristiger Einfluss dieses trump'schen Populismus sehr unwahrscheinlich ist."
Tim Niendorf, Politikwissenschaftler

Der Politikwissenschaftler Tim Niendorf glaubt, dass Trumps Populismus so speziell ist und so auf seine Person ausgerichtet ist, dass mit dem Ende seiner Präsidentschaft auch die von ihm angeheizte populistische Welle enden wird.

"Da Donald Trump schon das höchste politische Amt in den USA innehat, ist es unwahrscheinlich, dass er sich nach seiner Präsidentschaft entscheiden wird, weiter politisch aktiv zu sein."

Die Frage ist allerdings: Wann wird das sein? Wird bei der Wahl 2020 ein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewinnen? Oder schafft Trump eine weitere Amtszeit? Es ist noch viel zu früh, darüber auch nur halbwegs seriöse Prognosen abzugeben. Aber der Wahlkampfapparat der demokratischen Partei läuft an. Über 20 mögliche Präsidentschaftskandidaten gibt es bereits.

"Im Lichte seiner Anhängerschaft hat Trump zweifellos Erfolge vorzuweisen. Die Wirtschaft brummt."

Unser Hörsaal hat drei Teile – eine kurze Einführung, gefolgt von einem Blick auf die Lage bei den Republikanern und auf die bei den Demokraten.

Es reden die Politikwissenschaftler Michael Dreyer und Tim Niendorf. Beide lehren an der Universität Jena. Ihr gemeinsamer Vortrag hat den Titel "Right-wing vs. Left-wing Populism: Wird die US-Präsidentschaftswahl 2020 zum Scheideweg für die amerikanische Demokratie?" Sie haben diesen Vortrag am 13. Mai 2019 an der Universität Jena gehalten.