Im kommende Jahr könnte das Skript auf Lernplattformen von Unis verschwinden. Grund sind neue Regeln zum Urheberrecht, die im Januar in Kraft treten.

Es geht dabei um den Fall, wenn Dozenten urheberrechtlich geschützte Inhalte in die Skripte schreiben. Bisher mussten Unis für solche Fälle eine Pauschale zahlen. Jetzt möchte die Verwertungsgesellschaft VG Wort aber für jede einzelne Seite mit so einem Zitat eine eigene Meldung und eine einzelne Gebühr.

Studierende: Ran an die Kopierer

Einige Unis sprechen schon von einer Katastrophe. Sie befürchten mehr Bürokratie und steigende Kosten. Deswegen haben sich Unis in einigen Bundesländern den Empfehlungen der Länderkonferenzen angeschlossen, diesem neuen Rahmenvertrag nicht beizutreten. Ab dem Jahreswechsel werden die Lehrenden keine Texte mehr hochladen und der Run auf Bibliotheken und Kopierer ist eröffnet. VG Wort und Rektorenkonferenzen verhandeln jetzt weiter über ein neues Modell. Das Ende ist bisher offen.

Änderungen aus Studi-Sicht

Wir haben mit Mandy über die anstehenden Änderungen gesprochen. Mandy Fratz studiert in Frankfurt Politikwissenschaft und vergleichende Literaturwissenschaften. Sie ist im Vorstand des FZS und beurteilt die Sache so:

  • Die Studenten haben Verständnis für die Ziele der VG Wort, die im Sinne der Autoren sind
  • Die Ziele können auf dem angepeilten Weg aber nicht erreicht werden, denn die Hochschulen werden sich dem Rahmenvertrag nicht anschließen.
  • Einzelmeldungen sind für die Hochschulen zu zeit- und kostenintensiv und damit nicht realisierbar.
  • Die Hochschulen benötigen eine bessere personelle und damit finanzielle Ausstattung, um die gewünschten Einzelmeldungen bearbeiten zu können.
  • An den Hochschulen befinden sich überhaupt nicht genug Kopierer, um den Anforderungen ab Januar gerecht zu werden.
  • Die Hochschulen und Lehrenden werden nach Einschätzung von Mandy also künftig weniger Literatur zur Verfügung stellen. Außerdem rechnet sie mit einer Reduzierung der Vielfalt.