Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker wurde in Köln bei einer Messerattacke schwer verletzt - die Polizei vermutet inzwischen, dass der Täter politische Motive gehabt hat.

Henriette Reker ist bislang Sozialdezernentin in Köln und für die Flüchtlingspolitik zuständig. Mehrere Medien hatten berichtet, dass der Angreifer nach der Tat gesagt hat, er sei mit ihrer Flüchtlingspolitik unzufrieden gewesen. Laut Polizei hat auch die Vernehmung ergeben, dass er aus fremdenfeindlichen Motiven heraus gehandelt haben könnte. Dem nordrhein-westfälischen Innenminister zufolge ermitteln auch das Landeskriminalamt und der NRW-Verfassungsschutz.

Reker außer Lebensgefahr

Henriette Reker und eine weitere Person trugen bei der Attacke schwer Verletzungen davon, drei weitere Personen wurden außerdem verletzt. Laut Polizei ist Henriette Reker nicht in Lebensgefahr, aber auch noch nicht über den Berg. Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele andere Politiker wie Justizminister Heiko Maas haben die Tat verurteilt. Maas twitterte: "Die Tat muss uns Ansporn sein, weiter gemeinsam für unsere offene und tolerante Gesellschaft einzutreten."

Eine aufgeheizte Debatte

Ob der Täter, ein 44-jähriger Deutscher, geistig verwirrt ist, muss die Polizei noch klären. Nach der Tat ließ er sich ohne Gegenwehr festnehmen. Er soll gesagt haben: "Ich tue das für euch." Im Netz gibt es viele Stimmen, die die aktuelle aufgeheizte Debatte um die Flüchtlingspolitik in Deutschland mitverantwortlich für den Angriff machen.

"Fakt ist: Dieser Kölner Wahlkampf, der war alles andere als aufgeladen, als emotional."
Moritz Küpper, Journalist

Die Oberbürgermeisterwahl in Köln soll am 18. Oktober wie geplant stattfinden. Henriette Reker ist parteilos und wird von CDU, Grünen und FDP unterstützt. Sie hat zusammen mit dem SPD-Kandidaten die größte Aussicht auf Erfolg.

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