Pegida, Legida - Freital und Heidenau - Pöbeleien und offene Randale vor Flüchtlingsheimen - und alles in Sachsen. Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung erklärt, was die Region zur Brutstätte von so viel Hass macht.

Bei Untersuchungen zu fremdenfeindlichen Einstellungen landet Sachsen meist im oberen Mittelfeld. Es gibt also Regionen, in denen Ausländerhass weiter verbreitet ist als in anderen - etwa im Nachbarland Sachsen-Anhalt oder auch in Bayern.

Timo Reinfrank leitet die Amadeu Antonio Stiftung, die seit 1990 nichts anders macht, als sich gegen Rassismus und Antisemitismus zu engagieren. Er sagt, das Hauptproblem in Sachsen sei ein anderes: Die rechtsextreme Struktur ist seit 1990 gewachsen, extrem gut vernetzt und sehr brutal - von den Skinheads Sächsische Schweiz bis zu Sturm 34.

"Es macht etwas aus, dass die rechtsextreme Szene vor Ort ist und jetzt das Thema mit den Flüchtlingen hat und das als ihr Mobilisierungsthema entdeckt hat."
Timo Reinfrank leitet die Amadeu Antonio Stiftung

Timo Reinfrank kann nicht akzeptieren, dass einige Unterstützer der Rechten selbst nicht als rechts bezeichnet werden wollen. So ist für ihn klar: Bei vielen Pegida-Demonstrationen sind keine besorgten Bürger aufmarschiert, sondern eiskalte Rassisten. Und von diesen Aufmärschen fühlten sich dann wieder gewalttätige Straftäter ermutigt.

Es gibt auch positives Engagement

Was nicht vergessen werden dürfe: In Sachsen gibt es ein sehr starkes zivilgesellschaftliches Engagement. Vor Ort werde sehr viel gegen Fremdenhass getan. Das Problem sieht Timo Reinfrank eher aufseiten der Landesregierung. Sie habe das Problem lange Zeit kleingeredet und auch schon bei den Pegidademonstrationen viel zu lange zugesehen. Und bei den Ausschreitungen gegen Flüchtlinge sei die Landesregierung erst aktiv geworden, als Bundespolitiker oder die Opposition schon klar Stellung bezogen habe.