In den vergangenen Wochen hatte Dagmar Pepping richtig viel zu tun. Als Korrespondentin in Washington war sie es, die für die ARD-Radioanstalten in Deutschland über die Geschehnisse in Ferguson berichtete. Darüber und über ihren Korrespondentenalltag insgesamt, haben wir mit Dagmar Pepping gesprochen.

Dagmar Pepping fand Fernsehen spannend, das Radio aber viel aufregender und ging nach ihrem Volontariat deshalb zum Hörfunk. Von 2004 bis 2006 leitete sie das ARD-Hauptstadtstudio in Berlin. Seit Januar 2014 arbeitet Dagmar Pepping als US-Korrespondentin in Washington.

Als am Samstag, dem 09.August, die Meldung kam, dass ein junger Afro-Amerikaner in Ferguson erschossen wurde, war das für Dagmar Pepping zunächst keine so ungewöhnliche und überraschende Meldung, schließlich hatte es in den letzten Jahren mehrere Fälle gegeben, bei denen junge, unbewaffnete, schwarze, Männer von Weißen erschossen wurden.

"Dann sah ich, wie die Geschichte auf einmal mehr Brisanz bekam und immer größere Kreise zog, weil die Menschen sich dieses Mal nicht damit abgefunden haben, sondern auf die Straße gegangene sind"
Dagmar Pepping, ARD-Korrespondentin in Washington

Nach wenigen Tagen sah es fast so aus, als würde sich die Aufregung wieder etwas legen, bis es nach einer Woche dann zu einer Gewaltexplosion kam: Nationalgarde, Polizei mit Maschinengewehren, Krawalle und Plünderungen. Spätestens jetzt war für Dagmar Pepping klar, dass sie nach Ferguson musste, um von dort zu berichten.

"Ferguson ist kein Einzelfall. Es gibt viele Gemeinden in Amerika, wo sich die schwarze Bevölkerung von den meist weißen Polizisten drangsaliert fühlt"
Dagmar Pepping, ARD-Korrespondentin in Washington

Der Vorfall in Ferguson und die anschließenden Proteste offenbaren erneut ein großes Grundprobleme in Amerika: den Rassismus. In Ferguson selbst scheint dieses Problem besonders groß zu sein. Bei den Geschichten, die Pepping vor Ort von den Menschen hörte, konnte sie nur den Kopf schütteln. Durch die Geschehnisse in Ferguson, findet langsam ein Umdenken statt, glaubt Pepping. Auf jeden Fall muss sich dringend etwas ändern:

"Die Polizei muss abrüsten. Das ist die klare Lehre"
Dagmar Pepping, ARD-Korrespondentin in Washington

Was ihr Arbeit als Korrespondentin in Amerika betrifft, ist das Thema Ferguson eher eine Ausnahme für Dagmar Pepping. Ihr Arbeitsalltag wird in der Regel von ganz anderen Themen bestimmt: Themenkonferenz am frühen Morgen, Sendungen und Schalten nach Deutschland vorbereiten, Pressekonferenzen der Ministerien oder im Weißen Haus beobachten und sich am Abend wieder den Gesprächen und Beiträgen für die Morgensendungen in Deutschland widmen.

​„Das einzige was
an diesem Traumjob nicht so schön ist, ist das frühe Aufstehen“
Dagmar Pepping, ARD-Korrespondentin in Washington

Wenn Dagmar Pepping die Zeit findet Themen zu recherchieren, freut sie sich besonders. Für sie ist es das Schönste auch mal rauszufahren aus Washington. Nächste Woche zum Beispiel geht es in die Mitte der USA - nach Iowa. Dort tritt Hillary Clinton erstmals seit sechs Jahren auf einer politischen Veranstaltung auf. Für viele ein Zeichen, dass Clinton für das Amt der Präsidentin der USA kandidieren wird.