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Der Handel stand schon in den Startlöchern für den Verkauf von Feuerwerk und Böllern. Doch nun kam doch das Verkaufsverbot. Die Händler bleiben auf den Produkten sitzen. Es gibt allerdings Böllerfans, die ihren Vorrat schnell noch online bestellen.

Vieles ist dieses Jahr nicht drin: Feiern, Reisen und nun steht auch Böllern an Silvester auf der Kippe. Bundesländer wie Niedersachsen haben es bereits komplett verboten. Für ganz Deutschland gilt zunächst, dass Böllern auf "belebten Plätzen" nicht erlaubt ist, genauso wie der Verkauf von Feuerwerk (Stand: 17.12.2020).

Keine Events, kein Feuerwerk

Böller-Fans hatten das wohl geahnt und haben sich gewappnet: Viele haben ihre Raketen vorab online bestellt. Das bestätigt auch Markus Katterle, Chef und Gründer des Feuerwerk-Unternehmens Flash-Art aus Bielefeld.

Nun stellt sich aber die Frage, ob er das Material überhaupt ausliefern darf. Normalerweise dürfen die Bestellungen nur zwischen dem 29. und 31. Dezember zugestellt werden. Laut Markus Katterle versuchen verschiedenen Bundesländer, das zu verbieten. "Wenn dem so ist, müssen wir sämtliche Verträge wieder rückabwickeln. Dann bleiben wir auf unserem Material sitzen."

"Es gibt Importeure, die mehrere Hundert Container Feuerwerksmaterial bekommen haben. Darauf bleiben sie jetzt sitzen."
Markus Katterle, Gründer des Feuerwerkunternehmens Flash-Art aus Bielefeld

Markus Katterle wird die nicht verkauften Raketen und Böller einlagern. Normalerweise, sagt er, sollte sich das Material zwei bis drei Jahre halten. Wichtig sei dabei, dass das Feuerwerk trocken liege, weil die darin enthaltenen Leichtmetalle mit Feuchtigkeit reagieren und sich selbst entzünden könnten. Das sei aber nicht das Hauptproblem, so Markus Katterle. Die Menge an Feuerwerk, die sein Unternehmen einlagern müsse, sei überschaubar. Wirklich hart treffe es hingegen Großhändler.

90 Prozent weniger Umsatz im Jahr 2020

Normalerweise inszeniert Markus Katterles Unternehmen spektakuläre Feuerwerke weltweit, zum Beispiel in Monaco und Katar. Im Corona-Jahr fiel auch für ihn vieles flach. Insgesamt hat er 2020 einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent eingefahren. Kurzarbeitergeld wurde ihm für seine Mitarbeiter zwar gebilligt, die Novemberhilfe hat seine Firma allerdings nicht bekommen. Der Grund: Zwar hat das Unternehmen seinen Sitz in Deutschland, die Umsätze wurden aber im Ausland gemacht. Damit ist das Unternehmen für die zusätzliche Förderung durchgefallen.