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Unsere Demokratie kann sich gegen ihre Feinde zur Wehr setzen – und eine zentrale Rolle spielt dabei das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Ein Vortrag des Rechtswissenschaftlers Martin Borowski.

Das Verfassungsgericht ist zentral für die wehrhafte Demokratie. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Versuche, eine liberale Demokratie zu zerstören oder zu untergraben, an der Verfassungsgerichtsbarkeit ansetzen, sagt Martin Borowski. Er ist Rechtswissenschaftler an der Uni Heidelberg. In seinem Vortrag zeigt er, wie das Verfassungsgericht unsere Ordnung schützt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit das gut funktioniert.

"Viele Versuche, eine liberale Demokratie zu zerstören oder zu untergraben, setzen an der Verfassungsgerichtsbarkeit an."
Martin Borowski, Rechtswissenschaftler

Zentral für die wehrhafte Demokratie sei die Möglichkeit des Bundesverfassungsgerichts, einzelne Parteien zu verbieten.

Zu einem möglichen Verbot der AfD sagt der Rechtswissenschaftler: "Wenn nachgewiesenermaßen rassistische oder sonst grob diskriminierende Haltungen, die mit einer bestimmten Bedeutung des Begriffs 'Remigration' gemeint sein können – das muss man prüfen – prägend für die Gesamttendenz einer Partei sein sollten, wird an einem Verbot kaum ein Weg vorbeiführen."

Auf Zustimmung der Bevölkerung angewiesen

Bei einem möglichen Verbot ist es juristisch belanglos, ob die zu verbietende Partei ein hohes Maß an Zustimmung in der Bevölkerung genießt, sagt Martin Borowski.

"Das Verfassungsgericht selbst ist auf eine grundlegende und dauerhafte Zustimmung der Bevölkerung angewiesen, um seine Funktion erfüllen zu können."
Martin Borowski, Rechtswissenschaftler

Das Problem liege jedoch nicht im Juristischen, sondern in den Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit ein Verfassungsgericht langfristig funktioniert. Genau dafür sei das Verfassungsgericht nämlich auf die Zustimmung der Bevölkerung angewiesen, erklärt der Rechtswissenschaftler.

Martin Borowski ist Rechtswissenschaftler an der Universität Heidelberg, er hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Verfassungstheorie und Rechtsphilosophie inne. Seinen Vortrag "Die wehrhafte Verfassung und ihre Voraussetzungen" hat er am 20. Juli 2026 im Rahmen der Ringvorlesung "Wehrhafte Demokratie – Resilienz, Sicherheit, Verteidigung" an der Uni Heidelberg gehalten.

Shownotes
Wehrhaft
So schützt das Verfassungsgericht unsere Demokratie
vom 02. Oktober 2026
Moderation: 
Nina Bust-Bartels
Vortragender: 
Martin Borowski, Rechtswissenschaftler, Uni Heidelberg
  • Warum erhebt eine Verfassung Anspruch auf Fortdauer?
  • Verfassungsvoraussetzungen
  • Die Wehrhaftigkeit der Verfassung nach außen
  • Die Werhaftigkeit der Verfassung im Inneren
  • Parteiverbot
  • Das Bundesverfassungsgericht als zentrale Institution
Quellen aus der Folge:
  • Ole Nymoen: Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit. Rowohlt 2025. 
  • Interview mit dem Grünenabgeordneten Janosch Dahmen