Bald ist Heiligabend. Das heißt: Es gibt nur noch wenige Chancen, dass der Paketbote bei euch klingelt. Kommen wohl alle Geschenke rechtzeitig an?

Normalerweise wird ein Paket in zwei bis drei Tage geliefert. Jetzt vor Weihnachten dauert es aber häufig länger - klar, es ist ja auch mehr zu tun. Verglichen mit dem Rest des Jahres fahren aber auch mehr Zusteller. Das sagen die Lieferdienste selbst, und das haben auch Vergleichstests ergeben, die sich die Verbraucherzentrale angeschaut hat.

"Die Chance, dass euer Paket noch rechtzeitig ankommt, wenn ihr es Anfang dieser oder Ende letzter Woche bestellt habt, stehen also eigentlich gar nicht so schlecht."
Arne Hell, DRadio-Wissen-Paketbote (am 22.12.2016)

Nachdem eine Bestellung getätigt wurde, bekommt der Kunde in der Regel eine Bestätigung, dass das Päckchen unterwegs ist. In der Bestätigung ist auch die Versandnummer enthalten, mit der man dann man prüfen kann, wo das Paket gerade steckt. Wer keine Versandbestätigung vom Händler bekommen habt: nachfragen!

Und wenn das Päkchen trotzdem nicht kommt?

Die Verbraucherzentrale NRW betreibt die Seite paket-aerger.de - auf der kann man so einige Geschichten lesen, zum Beispiel, dass jemand den ganzen Tag wartet, weil er vorher die Ankündigung erhalten hatte, dass das Paket am Vormittag geliefert wird. Einen Anspruch auf Richtigkeit solcher Aussagen gibt es nicht.

"Das ist ein netter Service von den Transportunternehmen, dass sie Ihnen ein Zeitfenster geben. Nur kann man da keinerlei Ansprüche draus herleiten."
Iwona Husemann, Verbraucherzentrale

Ärgerlich wird es dann, wenn man eine falsche Mitteilung bekommt, dass das Päckchen angeblich zugestellt worden ist. Manchmal ist das Paket einfach gar nicht da - oder an Orten, die man als Ablageort für ein Paket nicht vermuten würde, zum Beispiel die Papiermülltonne.

Kann ich meinem Päckchen auch entgegenfahren?

Wer weiß, dass das Paket abgeschickt worden ist und irgendwo in einem Verteilzentrum liegt, kann versuchen, dem Paket entgegen zu fahren. Es gibt tatsächlich einige Foreneinträge, die beschreiben, dass das geklappt hat. Das Problem: Die Logistik-Unternehmen wollen das eigentlich nicht und geben daher auch nicht die konkreten Adressen heraus, wo sich das Paket befindet.

Ihr müsst also erstmal rauskriegen: Liegt es noch im großen Verteilzentrum oder schon in einer kleineren Zustellbasis bei euch um die Ecke? Dafür müsst ihr dann im Zweifelsfall direkt anrufen oder hinfahren - und dann penetrant sein.

Eure Ansprüche

Wenn etwas nicht nur zu spät, sondern gar nicht mehr kommt, dann habt ihr Anspruch auf Ersatz. Nach 21 Tagen Nicht-Zustellung gilt ein Paket als verloren. Wird nicht direkt der Kaufbetrag erstattet oder für Ersatz gesorgt, kann man sich an die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur wenden, rät Verbraucherschützerin Iwona Huseman.

"Das Schöne an der Schlichtungsstelle ist, dass sie für den Verbraucher gebührenfrei ist und dass die tatsächlich auch eine hohe Erfolgsquote haben."
Iwona Husemann, Verbraucherzentrale

Wenn die Bundesnetzagentur anfragt, sind die Lieferdienste offenbar eher bereit, einen Schaden zu ersetzen, als wenn sich nur ein kleiner Kunde beschwert.