Bislang bringen uns Raketen ins All. Doch das ist teuer und auch riskant. Warum nicht einfach einen Aufzug bauen? Bisschen weit vielleicht. Dennoch: Maximilian Reif bastelt bei der "European Space Elevator Challenge" an einem Lift.

Bei der European Space Elevator Challenge kämpfen Nachwuchsforscher darum, den besten Prototypen für einen Weltraumaufzug zu entwickeln. Sieben Teams aus Deutschland, Indien und Japan treten bei dem Wettbewerb in München (12. bis 15. September) mit ihren Konzepten gegeneinander an.

Das Seil müsste verdammt lang sein

Bei der Battle macht auch Maximilian Reif mit. Er studiert Informatik an der TU München. In der Theorie wird ein langes Seil am Äquator gespannt, erklärt Maximilian. Das Seil wird von der Zentrifugalkraft der Erde selbstständig gehalten - "ähnlich, wie wenn ihr ein Seil im Kreis schleudert."

Doch ein Problem gibt es dabei: Das Seil müsste verdammt lang sein. Rund 35.000 Kilometer. Das ist fast einmal um die Erde. Oder: Einmal Frankfurt > Melboune und wieder zurück.

Maximilian Reif beugt sich über den Roboter für den Weltraumlift. Er fixiert Kabel.
So sieht der ultraleichte Kletterroboter aus. Maximilian fixiert noch ein paar Kabel.

Die Forscher testen ihr Konzept an einem 100 Meter langen Seil, das an einem Wetterballon hängt. Die hundert Meter sind der Anfang, das Seil soll dann immer länger werden.

Ein superleichter Roboter aus Carbon

An diesem Seil fährt ein Roboter hoch, der extrem leicht ist. Er besteht zu 90 Prozent aus Carbon. "Wir haben alles von Hand gefertigt, gefräst und gedreht", sagt Maximilian. Bewegt wird der Roboter durch einen Elektro-Motor mit Akkus.

Es wird noch dauern, bis tatsächlich der erste Lift ins All startet. In München geht es vor allem darum, die Technik voranzutreiben und an Lösungen zu arbeiten - eben statt nur auf Raketen zu setzen.