14. September 1960: Vertreter Irans, Kuwaits, Saudi-Arabiens und Venezuelas treffen in Bagdad mit irakischen Ölmanagern zusammen. Sie rufen eine Organisation ins Leben, die sie aus einer mittlerweile untragbaren Situation befreien soll.

Die erdölexportierenden Staaten leiden seit Jahren unter dem Preisdiktat der amerikanischen Ölmultis. Deren Macht ist inzwischen so groß geworden, dass sie beinahe nach Belieben über Fördermengen und Rohölpreise bestimmen.

Die Mitglieder der "Organisation erdölexportierender Länder" (OPEC, Organization of the Petroleum Exporting Countries) wollen sich gegen das Preisdiktat und die Allmacht der Industrienationen zur Wehr setzen und sowohl Fördermengen als auch Preise selbst bestimmen.

Preisdiktat der Industrieländer

Die OPEC-Staaten koordinieren die Fördermengen und nehmen so Einfluss auf den Preis: Bei geringerem Angebot steigt bei gleicher Nachfrage der Preis. Im Herbst 1973 kommt es zu einer echten Machtprobe: Am 17. Oktober steigt der Ölpreis innerhalb von 24 Stunden um 70 Prozent – von drei auf fünf Dollar pro Barrel. Kurz darauf wird in der Bundesrepublik der autofreie Sonntag eingeführt: Das spart viel Benzin und macht die Autobahnen für Radfahrer frei.

Der Ölpreis schwankt immer wieder

Zu Ölpreisschwankungen kommt es aber nicht nur, weil die OPEC an den Fördermengen dreht, sondern auch aufgrund politischer Ereignisse: Nach der iranischen Revolution steigt der Barrelpreis im Februar 1979 auf über 39 Dollar, während er nach den Anschlägen des 11. September 2001 auf das New Yorker World Trade Center um 25 Prozent absackt.

In der Corona-Krise müssen Händler teilweise Geld bezahlen, um ihr Öl loszuwerden. Das zeigt den schwindenden Einfluss der OPEC auf den Ölpreis – zumal mit Russland und den USA zwei mächtige Konkurrenten auf dem Weltmarkt aktiv sind.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Andreas Goldthau, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Erfurt, erläutert die Anfänge der OPEC und ihre Wirkung.
  • Claudia Wellenreuther vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut ist Expertin für die globale Energiewirtschaft und erklärt, in wieweit die OPEC die Kontrolle über Ölpreis und Fördermengen hat.
  • Kirsten Westphal von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik und ordnet die Bedeutung des Öls in Zeiten der Energiewende ein.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Jahre vor der OPEC-Gründung, in der große internationale Ölkonzerne den Markt allein beherrschten und Preise diktieren konnten.