In Deutschland hat wohl das West-Nil-Virus erstmalig überwintert - darauf weist eine tote Eule hin. Infizieren sich Menschen damit, verläuft es meistens symptomlos. Innerhalb der EU sind im vergangenen Jahr 181 Menschen am Virus gestorben.

In Wittenberg in Sachsen-Anhalt wurde eine Schneeeule mit dem West-Nil-Virus infiziert. Vermutlich hat das Virus erstmalig in Deutschland überwintert. Auch Menschen können sich anstecken.

Blutsaugende Stechmücken sind Überträger des Virus. Die wichtigsten Wirte sind Vögel. In selteneren Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde oder den Menschen stattfinden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beobachtet die Verbreitung des Virus in Europa seit Jahren. In Deutschland wurde erstmals 2018 ein Vogel gefunden, der das Virus in sich trug.

"Im vergangenen Jahr konnte das Virus bei zwölf Tieren - zwei Pferden und zehn Vögeln - in Deutschland nachgewiesen werden."
Franz J. Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)

Ob das Virus jetzt in Deutschland heimisch geworden ist, könne man noch nicht sagen, meint Franz J. Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Es sei aber überraschend, dass es schon so früh im Jahr einen Nachweis gebe.

West-Nil-Fieber in Europa verbreitet - in Deutschland kaum

"Grundsätzlich muss man damit rechnen, dass es auch zu Infektionen beim Menschen kommt", sagt Franz J. Conraths. Innerhalb der EU sind im vergangenen Jahr rund 1.500 Fälle berichtet worden, davon seien 181 Menschen gestorben, so der Epidemiologe. In Deutschland sei jedoch bisher nur ein Mensch an dem Virus erkrankt.

"In Deutschland gab es bisher nur Hinweise auf eine einzige menschliche Infektion."
Franz J. Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)

Wie das FLI auf seiner Seite berichtet, verlaufen rund 80 Prozent der Infektions-Fälle beim Menschen ohne Krankheitssymptome, nur etwa 20 Prozent bekommen leichte Symptome wie Fieber. In weniger als einem Prozent der Fälle kann es allerdings zu schweren Krankheitsverläufen mit Todesfolge kommen.

Ursache für die Ausbreitung des Virus sei hauptsächlich die Globalisierung, meint Franz J. Conraths: "Wir Menschen reisen heutzutage an jeden Ort der Erde". Von dort können wir Krankheitserreger mitbringen - sowohl solche, die uns selbst schaden oder auch Tieren. Impfen kann man sich gegen das West-Nil-Fieber nicht.