Die Rechnung ist einfach: Wenn ein Land Medaillen gewinnen will, muss es dafür bezahlen. In Deutschland heißt das Sportförderung. Dabei kommt die finanzielle Unterstützung für die Sportler aus den unterschiedlichsten Töpfen: aus dem Bundesinnenministerium aber auch aus diversen Stiftungen. Und dann leben viele Sportler von Förderungen als Sportsoldaten. So hangeln sie sich durch - oft mehr schlecht als recht.

Welche Sportler am meisten um ihr finanzielles Überleben kämpfen müssen? Athleten, die überhaupt nicht im Rampenlicht stehen und dadurch keinerlei Möglichkeit haben, Werbung oder Sponsoring zu generieren, erzählt Moritz Küpper aus unserer Sportredaktion.

"Wenn es so weitergeht, wird Spitzensport in Deutschland mit dieser internationalen Konkurrenz nicht möglich sein."
Moritz Küpper aus der Sportredaktion

Zurzeit versucht der Diskuswerfer Robert Harting eine deutsche Sportlotterie ins Leben zu rufen. Ein neuer Weg, um Leistungssportler zu fördern. Ihm geht es dabei in erster Linie um die olympischen Sportarten. Großbritannien hat es vorgemacht und ein ähnliches Modell im Vorfeld der Olympischen Spiele von London ins Leben gerufen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, wenn man auf den Medaillenspiegel schaut.

Grundsätzlich ist es für Verbände sehr schwer, junge Talente zu fördern. Das Problem: Ein Spitzenathlet muss sehr viel Zeit in seinen Sport investieren. Nach einer Studie der deutschen Sporthochschule bekommt ein Spitzenathlet 26 Stunden Training und Wettkampf in der Woche mit 538 Euro netto Sportförderung honoriert.

Hilfe für Hockeyspieler

Ein möglicher Hebel: Mentorenprogramme. So bekommen zum Beispiel Studenten in Hockeyvereinen erfolgreiche Anwälte oder Mediziner an die Seite gestellt, die sie beruflich fördern und gleichzeitig um die Bedürfnisse der Sportler wissen. Etwa weil sie früher auch Leistungssportler waren.

Moritz Küppers Fazit: Die Deutsche Sportförderung ist ein Flickenteppich, über den auch in Zukunft noch viel zu reden sein wird. Wenn sich nichts ändere, werde Spitzensport so auf Dauer nicht möglich sein. Gerade, wenn man sich die internationale Konkurrenz anschaue.