Was verbindet den NSU mit den Randalierern von Köln? Darüber haben wir mit dem Rechtsextremismusexperten Olaf Sundermeyer gesprochen.

Vor drei Jahren flog der selbst ernannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auf. Deutschland war geschockt. Spätestens seit den Krawallen in Köln ist aber auch klar - wir durchschauen die rechte Szene immer noch nicht richtig. Dabei gibt es einige Parallelen zwischen dem NSU und den Krawallmachern von Köln, erklärt der Journalist Olaf Sundermeyer. Ideologisch, personell aber auch strategisch.

Was die Randalierer in Köln eint? Das Motto "Ausländer raus", sagt Olaf Sundermeyer. Ein ultimativer Hass gegen alles Migrantische in Deutschland. Der Titel "Hooligans gegen Salafisten" sei nur vorgeschoben.

"Viele Rechte glauben nur noch an den Heiligen Gral der Gewalt."
Olaf Sundermeyer, Journalist und Experte für Rechtsextremismus

In Köln hätten sich auch Menschen versammelt, die Taten statt Worte sehen wollten. Darunter viele Personen, die zu dem weiteren Sympathisanten-Umfeld des NSU zu zählen seien, sagt Olaf Sundermeyer. Parteien wie der NPD vertrauen diese Menschen nicht mehr. Sie wollen in kein Parlament einziehen - um dann nach Vorbild der NSDAP die Demokratie abzuschaffen. Die rechtsextreme Szene im Jahr 2014 verliere die Geduld. Ihr Ziel: Radikalität auf die Straße bringen - und die richte sich vor allem gegen Muslime.

Gewalt und Gruppendynamik

Klar sei aber auch: Beim Gewaltausbruch in Köln habe auch Gruppendynamik eine Rolle gespielt. Hier sieht Olaf Sundermeyer einen großen Unterschied zur gezielten Ermordung von türkischen Kioskbesitzern durch den NSU. Die Ideologie, das Denken und die wachsende radikale Ungeduld seien allerdings identisch.

Grundsätzlich gelte: Die radikale Szene sei orientierungslos. Köln sei als Ausdruck dieser Ungeduld zu verstehen. Auch weil rechte Parteien wie Pro NRW oder der NPD aus Sicht der Rechtsradikalen zu wenig erreicht hätten. Die Folge: Viele Rechte glaubten nur noch an den Heiligen Gral der Gewalt.