Wer Gutes tut, muss keine Steuern zahlen - das gilt zumindest für gemeinnützige Vereine in Deutschland. Klingt gut, aber da gibt es ein Problem: Denn von dieser Regel profitieren in Deutschland auch einige Exemplare, deren Gemeinnützigkeit ein bisschen zweifelhaft ist.

Grundsätzlich gilt: Ein Verein gilt als gemeinnützig, wenn er eine Aufgabe erbringt, die eigentlich der Staat erledigen müsste. Die logische Folge: Er wird von der Steuer befreit. Problematisch wird es nur, wenn innerhalb des Vereins neben der gemeinnützigen Arbeit auch gute Geschäfte gemacht werden. Hier gilt: Diese Tätigkeiten dürfen die gemeinnützigen Aktivitäten nicht übersteigen.

"Ein Verein ist in Deutschland vollkommen intransparent."
ARD-Journalist Sascha Adamek

Beim DFB wird in diesem Zusammenhang vor allem das geplante Fußball-Leistungszentrum kritisch gesehen. Weil die Einrichtung bei der Talentsuche, bei der psychologischen und medizinischen Betreuung der Nationalelf vor allem dem kommerziellen Sport diene, sagt ARD-Journalist Sascha Adamek, der gemeinsam mit einem Kollegen eine Dokumentation zu dem Thema gedreht hat.

Es geht also um eine Art Servicezentrum für Profivereine, die Hunderte von Millionen bis Milliarden verdienen. Klar, dass einige Wissenschaftler die Meinung vertreten, dass ein Leistungszentrum, das 90 Millionen Euro kosten soll, die Gemeinnützigkeit des DFB gefährden kann.

Servicezentrum könnte teuer werden

Klar ist aber auch, dass der DFB das ganz anders sieht und versichert, der Verein hätte sich niemals auf ein Vorhaben wie die neue Akademie eingelassen, wenn die Frage der Gemeinnützigkeit nicht schon vorher geklärt worden wäre. Am Ende entscheidet in dieser Frage das Finanzamt. Im schlimmsten Fall könnte es für den DFB sehr teuer werden. Wobei unklar ist, wie viel Geld der DFB dank seiner Gemeinnützigkeit bislang spart.

Denn in Deutschland gilt: Vereine sind vollkommen intransparent - auch Journalisten bekommen hier keinen Einblick. Allerdings hat der langjährige DFB-Präsident Theo Zwanziger den beiden ARD-Journalisten bestätigt, dass der DFB bislang 15 bis 20 Millionen Euro im Jahr an Steuern spart.

Spende für den Golfklub absetzen

Und der DFB ist allerdings nicht der einzige Verein, dessen Gemeinnützigkeit kritisch gesehen wird. Bei ihren Recherchen sind die beiden ARD-Journalisten unter anderem auf einen Golfklub in Berlin gestoßen. Der exklusive Verein darf laut Satzung nur 1100 Mitglieder haben. Neben den horrenden Mitgliedsgebühren hat jedes Mitglied noch einmal 20.000 Euro gespendet - und diese milde Gabe für das eigene Freizeitvergnügen lässt sich natürlich von der Steuer absetzen.