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Unsere Statistikerin hat ausgerechnet: Mit dem Mindestlohn kommt ein Single in einer westdeutschen Großstadt kaum über die Runden. Im Osten sieht die Sache anders aus.

Die Bundesregierung hat den Mindestlohn beschlossen: 8,50 Euro für alle. Für alle? Nein, es gibt einige Ausnahmen: Für Nebenjobs bei Minderjährigen, Auszubildende, 6-Wochen-Praktikanten und Langzeitarbeitslose soll er zunächst nicht gelten.

Wir wollen wissen: Wie lebt es sich mit 8,50 Euro in der Stunde? Um das anschaulich zu machen, schauen wir uns den berühmten Friseur an. Unsere Ausgangssituation:

  • Er ist angestellt
  • arbeitet 40 Stunden die Woche
  • ist ledig und lebt alleine
  • hat keine Kinder, keine Haustiere und keine extravaganten Hobbys

Was hat er brutto nach einem Monat in der Tasche? Was bleibt ihm nach Abzug von Steuern übrig? Welche Kosten kommen im Durchschnitt pro Monat auf ihn zu? Fragen, die niemand besser beantworten kann, als unsere DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller.

Bei 22 Arbeitstagen pro Monat kommt er auf einen Bruttolohn von 1496 Euro. Wie gut unser Friseur mit diesem Geld über die Runden kommt, hängt ganz entscheidend von einem Faktor ab: Wo er lebt.

"Mit 8,50 Mindestlohn kann man in Köln nicht problemlos überleben. Man braucht entweder einen Nebenjob oder muss zu Fuß gehen".
DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller

Fall A – Friseur in Köln

  • Nach Abzug von Steuern bleiben 1092 Euro
  • Die Lebenshaltungskosten liegen bei 435 Euro
  • Eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr kostet 77 Euro
  • Wenn er Auto fährt, kommt der Kölner Frisör mit Wartungskosten auf 145 Euro
  • Die Miete für eine 50 Quadratmeter-Wohnung liegt bei 486 Euro - dazu kommen Nebenkosten von 128 Euro

Das Fazit: Der Friseur in Köln muss gut zu Fuß sein. Ein Auto ist definitiv nicht drin und selbst mit einem ÖPNV-Ticket kommt er auf ein Minus von 34 Euro. Seine einzige Chance: möglichst günstig einkaufen und viel zu Fuß gehen.

Fall B - Friseur in Leipzig

  • Nach Abzug von Steuern bleiben 1088 Euro
  • In Leipzig liegen die Lebenshaltungskosten bei 346 Euro
  • Auch das Monatsticket ist mit 63 Euro deutlich billiger
  • Ein Auto würde den Frisör 117 Euro kosten
  • Die 50-Quadratmeter-Wohnung liegt bei 265 Euro - zuzüglich von Nebenkosten von 123 Euro

Das Fazit: Fährt der Leipziger Friseur mit Bus und Bahn zur Arbeit, bleiben ihm am Monatsende 291 Euro übrig. Leistet er sich ein Auto, kann er noch 237 Euro sparen.