Von A bis Zyzomys: Das Unternehmen PediaPress will die Online-Enzyklopädie Wikipedia ausdrucken - komplett. Zu einer Zeit, in der Enzyklopädien ständig online aktualisiert werden und E-Books Schul- und Reisetaschen erleichtern, setzt das Unternehmen auf dieses regalfüllende Projekt.

Jeder Band soll 1200 Seiten haben. Bis alle Artikel von A, dem ersten Wikipedia-Eintrag, bis Zyzomys, dem letzten Artikel der englischen Ausgabe, ausgedruckt und gebunden sind, müssen 1000 Bände produziert werden. Zyzomys wird dann, sollte nicht zwischenzeitlich noch ein Begriff im Alphabet danach entstehen, der letzte Artikel auf Seite 1.193.014 sein.

"Wir wollen Wikipedia ausdrucken, weil es eine der gewaltigsten Schöpfungen ist."

Noch 18 Tage bleiben dem Unternehmen auf dem Crowdfunding-Portal indiegogo, um mindestens 50.000 US-Dollar für die Anschubfinanzierung zusammen zu haben. Bis jetzt sind 12.435 US-Dollar für das Projekt eingezahlt worden. Ob das Projekt noch die gesetzte Marke erreicht, ist fraglich, denn die Meinungen über diese Bücherwand voll Wissen reichen von "totaler Quatsch, absolute Zeitverschwendung" bis "großartig, in 100 Jahren wird es ein wichtiges Zeitdokument sein, ein Medium, das auf jeden Fall gelesen werden kann".

"Es gibt Leute, die lesen gerne auf Papier."
Christoph Kepper, PediaPress

Die Macher gehen davon aus, dass sie genug Kunden erreichen werden, die genau darauf gewartet haben, weil sie zum Beispiel nicht immer online sind. Aber wer will auch nur einen dieser sperrigen und schweren Bände mit sich herumschleppen?

Abgesehen von den Bäumen, die für dieses mehrbändige Kompendium gefällt werden müssten. Das Unternehmen geht davon aus, dass nur 1,3 Bäume für den Druck anfallen würden. Auf Twitter sehen das manche Leute ganz anders, sie veranschlagen 150 Bäume.