Wikipedia wird am Freitag 15 Jahre alt. 37 Millionen Artikel, Platz sieben der beliebtesten Webseiten in Deutschland - das sind die Erfolgsaspekte. Aber es gab auch manipulierte Artikel, ständige Geldsorgen und fehlende Autoren. Unser Autor schwärmt: "Was würde ich nur ohne dich machen, Wikipedia?"

DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt ist Fan der Online-Enzyklopädie: "Ohne dich hätte ich nie Shortcuts auf der Tastatur richtig gelernt, Steuerung C und V vor allem, wenn ich mal wieder bei den Hausaufgaben nicht weiterkam. Ohne dich würd mein 24-bändiges DTV-Lexikon nicht im Keller stehen und ich müsste alles mühsam nachschlagen, um am Ende nur kurze Texte mit unverständlichen Abkürzungen zu finden. Und ohne dich hätt ich nie erfahren, dass die Sex-Technik 'Dirty Sánchez', von der meine Freunde immer erzählt haben, niemand wirklich praktiziert."

"Ich bleibe dir treu, Wikipedia. Allein schon, weil’s bei dir so geile Artikel gibt wie die 'List of lists of lists'. Eine Liste über verschiedene Listen, die wiederum weitere Listen auflisten."
DRadiowissen-Reporter Johannes Döbbelt

Karl-Theodor "Wilhelm" zu Guttenberg

Nicht nur Journalisten, auch Studierende und Wissenschaftler greifen immer wieder auf Wikipedia-Artikel zurück. Lange galt das Online-Lexikon nicht als belastbare Quelle, aber das scheint sich langsam zu wandeln: Immer öfter tauchen Wikipedia-Links als Quellen auch unter Hausarbeiten auf. Trotzdem gilt natürlich nach wie vor, dass Nutzer aufpassen sollten - das zeigte sich zum Beispiel, als der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als Promotionsbetrüger aufflog. Da hatte irgendein Witzbold den zusätzlichen Vornamen "Wilhelm" in Guttenbergs Wikipedia-Eintrag reingeschummelt, und etliche Journalisten fielen darauf herein.

Backstage dank Wiki

Noch eine andere tolle Geschichte zum 15. Gaburtstag hat Johannes Döbbelt gefunden: Da gab es diesen Fan der australischen Band Peking Duk, der unbedingt in den Backstage-Bereich der Band wollte. Was also tun? Er fälschte den Wikipedia-Eintrag der Musiker, trug sich selbst als Verwandten der Peking Duk-Akteure ein und zeigte diesen Artikel als Beweis den Security-Leuten an der Bühne. Das reichte - der Fan wurde problemlos durchgelassen.