Hundehaufen sind unschön anzusehen und tatsächlich sind sie auch nicht gut für die Umwelt. Eine neue Studie aus Belgien zeigt, wie viel Hundehinterlassenschaften der Natur schaden. Verena von Keitz hat sich die Studie genauer angeschaut und überlegt, was auch Hundehalter*innen für die Umwelt machen können.

Forschende der Universität in Gent haben sich mehr als anderthalb Jahre lang damit beschäftigt, wie alle Formen von Hundehinterlassenschaften sich auf Naturschutzgebiete in der Umgebung der belgischen Stadt Gent auswirken. Um nachvollziehen zu können, wie viel Hundekot und Urin in die Umwelt wandert, wurden Hunde gezählt und Bodenproben genommen. Insgesamt zählten die Wissenschaftler in dieser Zeit mehr als 1.600 Hunde auf vier unterschiedlichen Naturschutzflächen.

Hundehaufen sind gefährlich für die Natur

Was für die Wissenschaftler selbst überraschend war: Wie sehr die Hinterlassenschaften der Hunde der Natur schaden.

"Unsere Hochrechnungen ergeben, dass Hunde ziemlich viel Stickstoff in Naturschutzgebieten deponieren. Und zwar halb so viel wie Landwirtschaft, Verkehr und Industrie zusammen."
Studienleiter Pieter De Frenne über die Studienergebnisse

Durch Hunde kommen nach den Forschungsergebnissen elf Kilogramm Stickstoff pro Hektar zusammen und fünf Kilogramm Phosphor. Hunde scheiden über Kot und Urin genau diese Stoffe aus, weil sie Fleischfresser sind. Diese Ausscheidung führt zu einer Überdüngung, wie sie zum Beispiel auch aus der Massentierhaltung in der Landwirtschaft bekannt ist.

Direkte Auswirkungen für Pflanzen

Die Stoffe Phosphor und Stickstoff, die in den Hundehinterlassenschaften drin sind, sind dabei besonders für Pflanzen außerhalb landwirtschaftlicher Nutzung gefährlich.

"Dadurch ist die Artenvielfalt in Gefahr, weil sich nur einige wenige Pflanzenarten wie Brennnesseln ausbreiten."
Verena von Keitz über die Umweltschädigung durch Hundekot

Durch Hundekot gelangt vor allem Phosphor in den Boden, aber auch Hundeurin ist schädlich für die Umwelt. Die Hälfte des gemessenen Stickstoffs pro Hektar wird durch Urinieren erzeugt.

Aber nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch in der Stadt ist das Anpinkeln von Bäumen für die Natur gefährdend. Die schon durch Abgase und Wassermangel gestressten Stadtbäume werden durch den Urin noch weiter geschädigt.

Was Hundehalter*innen gegen Umweltschädigung machen können

Tatsächlich spielt es eine große Rolle für die Natur, ob die Hunde angeleint sind oder frei in den Naturschutzgebieten herumlaufen. Angeleinte Hunde pinkeln natürlich nur in Wegesrandnähe. Das hat dann zwar dort eine größere Menge an Stickstoff und Phosphor als Ergebnis, bringt aber auch große Vorteile.

"Wenn alle Hunde angeleint sind und nur an Wegesrändern pinkeln, kann man die dortige Vegetation öfter im Jahr mähen und den Pflanzenschnitt entsorgen. Auf diese Weise bekommt man die Stoffe eigentlich ganz gut aus dem Boden raus."
Verena von Keitz über eine Lösung für Hundehalter

Auch für die Umweltprobleme durch Hundehaufen wurde nach Lösungen gesucht. Häufig ist es für Hundehalter*innen eine Frage der Dauer, wie lang sie mit dem Hundekotbeutel durch die Gegend gehen müssen. Danach entscheiden sie, ob sie die Haufen aufsammeln oder nicht. Aus diesem Grund wird jetzt überlegt, mehr Mülleimer in diesen Gebieten aufzustellen.