Seit einem Jahr versuchen Felix und Christina New York auf besondere Weise zu entdecken: Jeden Monat leben sie in einem anderen Viertel der Stadt. Wie sie das mit den Umzugskisten und den vielen neuen Nachbarn hinkriegen, hat uns Felix erzählt.

Umzüge sind für viele von uns purer Stress. Nicht so für Felix Zeltner und seine Familie, die sich mit dem Projekt "NYC 12x12" zur Aufgabe gemacht hat, ein Jahr lang jeden Monat die Wohnung und das Viertel zu wechseln. Ihr Ziel: Die Stadt und seine Menschen besser kennenzulernen.

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All our stuff.

Ein paar Taschen und Koffer und eine kleine Spielzeugkiste - das ist alles, was die Familie von Wohnung zu Wohnung mitnimmt, sagt Felix Zeltner. Anders wäre der monatliche Umzug logistisch auch kaum zu lösen. 

"Was machen wir jetzt?"

Die Idee für das Projekt kam ihnen, als die Familie aus ihrer Wohnung in New York geschmissen wurde, weil die Hausbesitzerin Kinder hasste, wie Felix sagt. Von dort ging es nach Brooklyn, ein stark gentrifizirtes Viertel, auf das sie bald auch keine Lust mehr hatten: "Dann saßen wir da und haben gesagt, was machen wir jetzt? Wohin ziehen wir jetzt?" Die Stadt zu verlassen war jedenfalls keine Option:

"Wir konnten uns vorstellen, eigentlich überall zu leben. Dann hatte einer von uns die Idee: 'Wir könnten doch einfach mal alles ausprobieren ein Jahr lang, zwölf verschiedene Neighborhoods."
Felix Zeltner, Journalist

Die erste Idee war, über Airbnb zwölf Wohnungen zu mieten, was aber überhaupt nicht funktioniert hat, sagt Felix. Auch ein Wohnungsbetrüger legte die Familie rein.

Von unglaublichen Begegnungen durch das Jahr getragen

Geholfen hat ihnen dann das Newsletterprojekt einer Künstlerin, bei dem Ateliers, WGs und Wohnungen getauscht und vermittelt werden: "Über diese großartigen Menschen, die sich dahinter über die Jahre versammelt haben, haben wir die meisten unserer Wohnungen finden können", sagt Felix.

"Wir hatten keine Wohnung, wo wir gesagt haben, oh Gott, wie sollen wir es in diesem Loch hier einen Monat aushalten."
Felix Zeltner, Journalist

Im Gegenteil: Eine Holzvilla am Meer, ein Loft einer Designerin - Mit manchen Wohnungen wurde die Familie so verwöhnt, dass ihnen das Aufhören schwerfällt´, gibt Felix zu.

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The Bronx edition of the monthly take on our journey by the fabulous @pherberperformance

Die Stadt sei noch größer und faszinierender geworden, sagt Felix, der vor allem von den vielen Begegnungen begeistert ist: "Wir haben so viele unglaubliche Menschen in diesem Jahr kennengelernt. Das hat uns eigentlich auch durch dieses Jahr getragen." 

"Die Stadt wurde uns noch mal viel klarer als großartiger Ort mit viel Geografie, mit kleinen Planeten die man besuchen kann, in denen man leben kann."
Felix Zeltner, Journalist
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Every month, before we leave a neighborhood, we invite neighbors, friends who live in the area and people we've heard about who care for the community to share some of their stories. For us, these neighborhood dinners have become the highlight of our journey. While we can only scratch the surface of a neighborhood, our guests have lived there for most of their life; while we only get to see its latest incarnation, they have been through many; while we can only guess, they know what's really going on. Usually, these nights are so intense that we forget to take pictures. Not this time. In Washington Heights, we lived with our hosts, who invited their friends - and let us into their lives. Three things we learned from Evelyn, Camilla, Nicole, Mokie, George, Seth, Sebastian and Kurt: 1. The drug trade in Washington Heights used to be absolutely insane, until a few years ago; crime was so extreme that you would drive special routes to your house and carry a gun that you might use, which one of our guests did - he shot a man who was breaking into his mom's car; 2. Jumel Mansion across the street, one of the most historical places in the US, wouldn't be where it is today without the neighbors coming together, cleaning up, gardening and taking care; 3. The current cycle the neighborhood is going through might be one of slow gentrification, but might just be another that dries out without heavily affecting the Latino and African-American communities who have been living here for decades. Bye Washington Heights, and bye Kurt, Camilla and Adam. Thank you for having us.

Wer Felix und seiner Familie bei ihrem Experiment folgen möchte, findet hier ihren Newsletter und ein Foto-Tagebuch.