Fake-Wohnungsanzeigen sind mal mehr mal weniger offensichtlich. Immer aber sind sie nervig und nicht selten kostspielig – spätestens wenn sie uns Kautionszahlungen oder andere vermeintliche Gebühren entlocken.

39 Menschen bewerben sich im Schnitt in Berlin auf eine Wohnung. In beliebten Gegenden können es auch über hundert Bewerber*innen sein. In anderen Städten in Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Die Verzweiflung von Wohnungssuchenden ist daher groß, was sich Ersteller von Fake-Anzeigen zunutze machen, um Geld damit zu machen.

Niemals vorab Geld überweisen – auch wenn die Wohnung noch so toll ist

Ganz allgemein lässt sich sagen: Scheint das Wohnungsglück zu schön um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich auch nicht.

"Wenn die Fotos in der Anzeige aussehen wie aus einem Möbelhauskatalog, steckt wahrscheinlich ein Betrug dahinter."
Sarah Brendel, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Auch eine zu günstige Miete kann ein Indiz für Betrug sein, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund. Außerdem rät sie ausdrücklich dazu, sich die Wohnung anzuschauen, bevor eine Kaution oder Miete überwiesen wird.

Auf persönliche Besichtigung bestehen

Denn tatsächlich fallen immer wieder Menschen auf folgende Masche rein: Der Vermietende behauptet im Ausland zu sein, den Schlüssel für die Wohnung aber per Post zukommen zu lassen, wenn man vorher eine Kaution an ihn oder sie überweist. Der Schlüssel kommt dann nur nie an, und das Geld ist weg.

Der Berliner Mieterverein hat eine Übersicht zusammengestellt, woran wir möglichen Betrug erkennen. Dazu zählt:

  • niemals vorab Kautionen überweisen
  • hellhörig werden, wenn wir eine sogenannte Besichtigungsgebühr zahlen sollen
  • keine sensiblen Daten an Unbekannte herausgeben, wie Foto vom Personalausweis, Einkommensnachweis etc.

Ist das Geld weg, lässt sich meistens nicht mehr viel machen, sagt Jutta Hartmann. Zwar können wir versuchen, eine Überweisung rückgängig zu machen, allerdings haben wir hierauf keinen Anspruch. Anders sieht es bei Lastschrift aus, diese kann acht Wochen lang rückerstattet werden.

"Oft sitzen solche Leute im Ausland oder sind sehr schwer nachzuverfolgen. Deswegen ist es in der Praxis so, dass eine Anzeige nichts weiter bringt, da das Geld dann weg ist."
Jutta Hartman, Deutscher Mieterbund

Da es sich bei den Fake-Anzeigen um Betrug handelt, könnten wir theoretisch Anzeige erstatten. Die Chancen, das Geld wieder zurück zu kriegen, sind aber gering, sagt Jutta Hartmann. So bleibt nichts Besseres als der Rat: Egal, wie verzweifelt wir bei der Wohnungssuche sind, vor Unterzeichnung eines Mietvertrags sollte niemals Geld überweisen werden.

  • Moderatorin: Anke van de Weyer
  • Gesprächspatnerin: Sarah Brendel, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin