Früher wurden vor allem teure Uhren oder Parfums gefälscht, heute sind es Zigaretten, Spielzeug oder Elektroartikel. Wenn die Fakes von schlechter Qualität sind, kann es für den Verbraucher gefährlich werden.

41 Millionen gefälschte Produkte sind im vergangenen Jahr in der EU vom Zoll beschlagnahmt worden. Ihr Wert: 670 Millionen Euro. Kippen, Handys, Medikamente, aber auch Felgen oder Motorsägen werden gefälscht. Die Liste ist endlos lang.

"Es gibt nichts, was nicht nachgemacht wird."
Christine Lacroix vom Museum Plagiarius in Solingen

Bei vielen Produkten merkt der Kunde sofort, dass er eine Fälschung vor sich hat. Andere Produkte sind nur schwer vom Original zu unterscheiden. "Da wird meistens erst bei der Anwendung sichtbar, dass da bestimmt Programme nicht laufen oder dass das Display doch etwas schwächer ist", sagt Christine Lacroix vom Museum Plagiarius in Solingen. Das Museum stellt die dreistesten Plagiate aus und vergibt einen Negativ-Preis für besonders gut gefälschte Produkte.

Auftragsfälschungen aus Fernost

Rund 80 Prozent der Fälschungen stammen laut Zoll aus Fernost, die meisten aus China. Viele davon sind aber auch Auftragsfälschungen, also bestellte Plagiate von europäischen Händlern. Sie lassen sich Produkte zu einem Zehntel des Originalpreises im Ausland nachbauen. Das funktioniert häufig nach dem Konzept des "reverse engeneering", sagt Christine Lacroix. "Das heißt, dass man ein Produkt nimmt, auseinanderbaut und dann wieder zusammenbaut, um zu sehen, wie es funktioniert."

"Die haben da verschiedenste Möglichkeiten, sich das anzuschauen und dann mit minderer oder höherer Qualität nachzubauen."
Christine Lacroix

Solche gefälschten Produkte können auch gefährlich werden, sagt Christine Lacroix. Wenn zum Beispiel gefälschte, minderwertige Felgen plötzlich auseinanderbrechen oder Waschtische fürs Bad giftige Bleirohre enthalten.

Im Fachgeschäft ist die Gefahr am geringsten, an eine Fälschung zu geraten, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider. Denn die Händler müssen mit hohen Strafen rechnen, wenn herauskommt, dass sie gefälschte Ware verkaufen. "Daher ist der Anreiz für einen Händler, sowas zu machen, nicht sehr hoch."