Eine Supermarktkette in den Niederlanden schafft das Pfandsystem beim Einkaufswagen ab. Er sagt: Das ist überflüssig geworden, es geht auch ohne.

In den Niederlanden schafft eine Supermarktkette das Pfandsystem für Einkaufswagen ab. In Zukunft setzt der Händler darauf, dass Kund*innen die Wagen freiwillig zurückbringen, was sie, so die Prognose, auch ausreichend zuverlässig tun werden.

Außerdem können so auf die Plastikchips verzichtet werden, die der Supermarkt ausgibt, wenn jemand keine Münze für die Entriegelung des Einkaufswagens dabei hat.

In Deutschland wurde das Pfandsystem für das Verwenden von Einkaufswagen der Supermärkte in den 1980er-Jahren eingeführt. Grund dafür war unter anderen der Diebstahl und hierzulande wollten Supermarktbetriebe keine "amerikanischen Verhältnisse".

Im Mutterland der Einkaufswagen werden diese auf Supermarktparkplätzen von Mitarbeitenden eingesammelt.

"Im Schnitt kostet ein Einkaufswagen 90 bis 150 Euro. Es kommt immer wieder mal zu Schwund: Einkaufswägen liegen verteilt in der Stadt oder in irgendwelchen Gräben."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Dem niederländischen Supermarkt geht es weniger darum, gegen den Einkaufswagenklau vorzugehen. Dagegen wirkt ein Pfandsystem ohnehin nur bedingt.

Außerdem stellte sich in der ersten Phase der Corona-Pandemie – in der Einkaufswagen aus hygienischen Gründen nicht gesichert waren – heraus, dass Kund*innen die Wagen auch freiwillig zurückbringen.

Ende des Kleingelds

Das jahrelang bestehende Rückgabesystem hat Menschen offenbar konditioniert. Übertragen auf Deutschland meint Reporter Sebastian Sonntag, dass das Pfandsystem auf lange Sicht verschwinden könnte. Das liegt auch daran, dass Leute immer seltener Kleingeld dabeihaben.

Sebastian Sonntag: "Leute haben seltener Münzen dabei, weil fast alles mit Karte gezahlt wird. In Zukunft könnten Einkaufswagen zum Beispiel mit dem Handy per QR-Code oder NFC-Chip entsperrt werden."

Darüber hinaus bietet die Technik Supermärkten in Zukunft neue Werbemöglichkeiten. Beispielsweise können sie Einkaufende per GPS im Einkaufswagen direkt zu bestimmten Produkten steuern. So könnte der altgediente Einkaufszettel überflüssig werden.