Seit dem 16. Juni haben sich fast 15 Millionen User und Userinnen die Corona-Warn-App heruntergeladen: Das ist ein guter Start. Doch wie viele Warnmeldungen bereits verschickt wurden, lässt sich nur schätzen. Genaue Zahlen fehlen aufgrund des Datenschutzes: Aber genau der ist vermutlich mitverantwortlich für den Erfolg der App. Unser Netzreporter Andreas Noll über zwei Wochen Corona-Warn-App.

Zwei Wochen Corona-Warn-App und fast 15 Millionen Downloads (hier gibt es Infos der Bundesregierung zur App). Das bedeutet, dass bald 20 Prozent der Bevölkerung die Anwendung auf ihrem Smartphone haben. Damit sei die App gut gestartet, so Netzreporter Andreas Noll.

"Von den Download-Zahlen her, ist die Corona-Warn-App vielversprechend gestartet."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Wie viele Menschen die App herunterladen müssen, damit diese technische Maßnahme wirksam ist, darüber wurde bereits vor der Veröffentlichung diskutiert. Ab 15 Prozent hat die App eine Wirkung, doch je höher die Nutzerzahlen sind, desto besser. "Wir sind jetzt schon bei einer Verbreitung der App, die es sehr wahrscheinlich macht, dass wir in belebten Orten auf andere App-Nutzer treffen", sagt Andreas Noll.

Die Bundesregierung hatte in die Werbung rund um die App viel Geld investiert: Allein in der ersten Woche waren es mehr als fünf Millionen Euro, so Andreas Noll.

Wie viele Warnmeldungen? Das weiß niemand so genau

Wie oft die App in den vergangenen zwei Wochen schon Alarm geschlagen hat und Userinnen und User in Quarantäne mussten, weiß keiner. Denn die Anwendung erfüllt hohe Datenschutzstandards, so Andreas Noll. "Die Kontakte werden nicht auf einem zentralen Server gespeichert, wie zum Beispiel in Frankreich." Aber die hohen Standards tragen vermutlich auch zu den vielen Downloads bei.

Schätzungsweise wurden 100 positive Corona-Tests in die App eingegeben, so die Community, die an der Entwicklung der App beteiligt war. "Also eine sehr kleine Zahl – verglichen mit den vielen Downloads", sagt Andreas Noll. Und es ist lediglich eine Schätzung: Dafür wurden Daten, die über die App zur Verfügung stehen, und Infektionszahlen hochgerechnet. ZDF heute hat über die Schätzung berichtet.

An Fehlermeldungen und anderen Problemen wird gearbeitet

Insgesamt läuft die App technisch zuverlässig. Bis auf ein paar Ausnahmen. Am 1. Juli kam deshalb ein weiteres Update, das kleinere Probleme bei Android beseitigen soll. Und es gibt noch Fehlermeldungen, die auf Ebene des Betriebssystems gelöst werden müssen: Dazu gehört zum Beispiel eine Fehlermeldung, die darauf hinweist, dass die App in der Region nicht unterstützt werde. Die App funktioniert trotzdem, aber für die Userinnen und User sind solche Meldungen verwirrend.

"Im Allgemeinen funktioniert die App bislang technisch zuverlässig."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Doch um das Problem zu beheben, braucht es ein Update des Betriebssystems von Apple. Bei Android wiederum sind es einige Energiesparmodi, die die App ausbremsen können. Alles in allem sei die App aber technisch zuverlässig, so unser Netzreporter.