Auch vier Wochen nach Zyklon Idai ist die Lage in Malawi, Simbabwe und Mosambik katastrophal. Zwei Millionen Menschen sind laut UN davon betroffen.

Vor vier Wochen hat der Zyklon Idai an der Südwestküste von Afrika gewütet. Von der daraus folgenden Katastrophe sind laut Schätzungen der UN zwei Millionen Menschen betroffen. Die deutsche Bundesregierung hat jetzt Unterstützung angekündigt. Entwicklungsminister Müller hat ein 50-Millionen-Euro-Programm angekündigt. Unter anderem, um dem Ausbruch einer Choleraepidemie begegnen zu können.

Wiederaufbau nach Zyklon Idai noch schleppend

Korrespondentin Jana Genth in Johannesburg spricht angesichts der Zustände in Mosambik, Malawi und Simbabwe von einer anhaltenden Katastrophe. Auch, wenn in manchen Gegenden das Wasser inzwischen zurückgegangen ist und die Böden getrocknet sind. Aber mit dem Wiederaufbau konnte auch vier Wochen nach Zyklon Idai vielerorts noch nicht begonnen werden. Viele Menschen sitzen auch immer noch auf Inseln fest und sind von Wasser umschlossen, so dass sie aus der Luft mit Nahrungsmitteln versorgt werden müssen.

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Auch wenn es auf den Flughäfen ruhiger geworden ist als zu Beginn der Katastrophe, herrscht dort immer noch reger Betrieb, berichtet Jana Genth. Hilfslieferungen werden ausgeladen und umgeladen, um dann per Boot oder Helikopter dorthin gebracht zu werden, wo es keine anderen Transportmöglichkeiten mehr gibt, weil auch viele Straßen immer noch zerstört sind.

Priorität: Sauberes Trinkwasser

Das größte Problem ist aber nach wie vor sauberes Trinkwasser. Denn unsauberes Wasser, verursacht die meisten Krankheiten – vor allem in den Überflutungsgebieten in Mosambik. Dort breitet sich Malaria rasend schnell aus, es gibt bereits über 4000 Cholerafälle und es werden mehr. In der Küstenstadt Beira in Mosambik läuft eine groß Impfkampagne. Dort sind bereits 90 Prozent der Impfdosen ausgegeben worden. Aber bis die Impfung wirkt, dauert es eine Woche – in der Zeit können die Menschen sich immer noch anstecken.

"Es ist tatsächlich so, dass man von den offiziellen Stellen immer wieder danke, danke, danke hört. Aber auch immer noch den Nebensatz: Es reicht einfach nach wie vor nicht."
Jana Genth, ARD-Krrespondentin in Johnnesburg, Südafrika

Weil viele Brunnen mit Bakterien verseucht sind, versucht das Technische Hilfswerk (THW) neue Brunnen zu bauen und Wasser aufzubereiten. Das ist auch deshalb notwendig, weil in Mosambik immer noch Regenzeit herrscht und sich die Situation mit jedem Regen wieder verschlimmern kann.

Bis sich die Lage einigermaßen normalisiert, wird mindestens ein Jahr vergehen, schätzt Jana Genth. Viele Menschen haben alles verloren, haben nicht mal mehr ein Dach über dem Kopf. Allein die Stadt Beira mit einer halben Millionen Einwohner ist zu 90 Prozent zerstört. Aber es fehlt an Mitteln, um die Häuser wieder aufbauen zu können.