Bis zum frühen Nachmittag im Büro, dann heim, Kinder und Haushalt versorgen, und abends nochmal an den Schreibtisch. Eine solche Fragmentierung der Erwerbsarbeitszeit soll es vor allem für Mütter einfacher machen, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Denn es ermöglicht längere Arbeitszeiten und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen - so zumindest die Theorie.
Eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung zeigt nun aber: Eher das Gegenteil ist der Fall. Eine Sozialwissenschaftlerin hat Daten einer repräsentativen Arbeitszeitbefragung ausgewertet. Dabei kam raus: Wer die Erwerbsarbeit regelmäßig unterbricht und abends fortsetzt, macht im Schnitt mehr Überstunden und wünscht sich kürzere Arbeitszeiten. Das kann sich langfristig negativ auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken. Fragmentierte Arbeitszeiten könnten Fehlzeiten so sogar erhöhen und Personalmangel verschärfen.
Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich zu erhöhen, müsste zum Beispiel das Angebot der Kinderbetreuung und der Pflege ausgebaut werden. Nur so würden Beschäftigte wirklich entlastet, heißt es in der Analyse.
