Steuerbelege, Lieferlisten oder Schulübungen: All so etwas notierten sich Menschen schon vor über 2000 Jahren - allerdings nicht auf Papier, sondern auf Tonscherben.

Das waren damals im alten Ägypten sozusagen Notizzettel. Forschende haben in einer Ruinenstätte in Ägypten über Jahre hinweg mehr als 43.000 beschriftete Tonscherben gefunden, unter Leitung der Uni Tübingen.

Fachleute versuchen, die Texte zu entziffern und haben dabei neben den Rechnungen und Übungen auch schon mehr als 130 Horoskope entdeckt. Laut dem Grabungsleiter eröffnen die Scherben Einblicke in den Alltag der Antike.

Die Menschen damals nutzen zwei verschiedene Schreibschriften und zeichneten auch geometrische Figuren auf die Tonstücke. Die werden Ostraka genannt, sie waren in der Antike ein günstiges Schreibmaterial. Die ältesten stammen aus dem dritten Jahrhundert vor Christus. Die jüngsten reichen bis in das elfte Jahrhundert nach Christus zurück. An der Ausgrabungsstätte in Oberägypten werden weiter Scherben gefunden, etwa 100 am Tag.