Amazonenkärpflinge tragen ihre Besonderheit schon im Namen.
Die Art hat nämlich keine Männchen - und hat die letzten 100.000 Jahre dennoch locker überlebt. Wie das funktioniert, hat ein Biochemiker der Uni Würzburg geklärt und im Fachblatt Nature Ecology and Evolution veröffentlicht. Die Fisch-Weibchen verführen demnach Männchen ähnlicher Arten - und werfen deren DNA nach der Befruchtung wieder aus dem Ei: Sie wird lediglich dazu gebraucht, um den Prozess der Embryonalentwicklung anzustoßen. Die Nachkommen sind echte Klone ihrer Mutter, also genetisch identisch. Und alle können selbst Nachkommen haben, die Populationen wachsen also deutlich schneller als bei anderen Arten.
Bleibt die Frage, warum es nicht andere Tiere auch so machen. Die Begründung: Eigentlich hat so eine Klon-Fortpflanzung reichlich Nachteile, etwa, weil Mutationen nicht ausgeglichen werden können. Außerdem fehlt meist die Vielfalt im Genom, die wichtig ist, um etwa auf neue Umwelteinflüsse reagieren zu können.
