Die SPD-Politikerin hatte einen Gesetzentwurf dazu vorgelegt und erhofft sich Abschreckung und sinkende Fallzahlen. Aus wissenschaftlicher Sicht könnte eine Verschärfung aber genau das Gegenteil bewirken: Der Kriminologe Tobias Singelnstein von der Uni Frankfurt sagt, dass Angriffe durch schärfere Gesetze langfristig sogar zunehmen könnten, weil sie eine Entfremdung von Einsatzkräften und Bürgern vorantreiben. Allein die öffentliche Debatte darüber könnte bei potentiellen Täterinnen und Tätern den Eindruck erwecken, dass Angriffe aktuell gering bestraft würden, was sie zu neuen Taten verleiten könnte.
Laut Singelnstein gibt es aber schon genügend Gesetze und für schwere Fälle harte Strafen. Ohnehin würden die meisten Übergriffe impulsiv in emotional aufgeladenen Situationen vorkommen und oft unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Aus seiner Sicht würden daher eher Böller- oder Alkoholverbote zu weniger Angriffen führen. Diese Verbote fordern auch der Berufsverband für den Rettungsdienst und die Gewerkschaft der Polizei.
