Unter dem Eis der Antarktis liegt ein System von Seen und Wasserströmen verborgen.

Ein Team der ETH Zürich konnte diese Wasserflüsse unter der Westantarktis jetzt zum ersten Mal beobachten. Dafür haben die Forschenden mit Hilfe einer Hochdruckdüse und heißem Wasser ein rund 500 Meter tiefes Loch durch die Eissschicht gebohrt. Anschließend führten sie eine Kamera und verschiedene Messgeräte durch das Loch in die Tiefe. Zwar war schon lange vermutet worden, dass unter dem Eisschild Wasser fließt, und mithilfe von Satelliten waren auch schon mehrere hundert Seen unter den Eiskappen entdeckt worden. Aber jetzt konnte so ein Wasserstrom zum ersten Mal aus unmittelbarer Nähe beobachtet und analysiert werden.

Im Fachmagazin Geoscience schreiben die Forschenden, dass ihre Erkenntnisse helfen, das Schmelzen des Schelfeises in der Antarktis besser zu verstehen. So könnte in Zukunft genauer vorhergesagt werden, wie der Meeresspiegel ansteigen wird.