In der Antarktis gibt es einen Gletscher, aus dem blutrotes, flüssiges Wasser ins Meer strömt.

Seit mehr als 100 Jahren geben diese Blutfälle Forschenden Rätsel auf. Was schon länger klar ist: Dabei handelt es sich um Salzwasser. Das Salz wirkt wie Frostschutzmittel und macht das rote Wasser flüssig. Die Farbe entsteht durch viel Eisen im Wasser. Frühere Studien hatten angedeutet, dass es sich um Millionen Jahre altes Meerwasser handeln könnte, das in einer Talsenke eingeschlossen und mit Eis überdeckt wurde, als sich der Gletscher gebildet hat.

Nun liefert eine Studie im Fachblatt Nature Geoscience Belege für dieses Szenario. Wasser-, Sediment- und Luftproben zeigen außerdem, dass in den Blutfällen eine einzigartige Gemeinschaft von Mikroben lebt. In den Blutfällen konnte das internationale Forschungsteam genetische Spuren urzeitlicher Meeresorganismen wie Kieselalgen und Wimpertierchen nachweisen.