Antibiotika-Resistenzen nehmen nicht nur zu, wenn man die Medikamente übermäßig und unüberlegt anwendet. Auch der Klimawandel trägt wohl dazu bei, und zwar über Bakterien im Boden.

Zu dem Schluss kommt eine Studie im Fachmagazin Nature. Die Bakterien in unseren Böden tragen bestimmte Gene in sich, die mit Antibiotikeresistenz zusammenhängen können. Elf Jahre lang hat sich ein Forschungsteam in Feldversuchen angeschaut, wie sich steigende Temperaturen auf diese Resistenz-Gene auswirken. Mit Infrarotlampen wärmten sie den Boden um drei Grad auf und sie simulierten Dürren und extreme Niederschläge.

Heraus kam: Die Klimawandel-Bedingungen sorgen dafür, dass mehr Bakterien diese Resistenzgene in sich tragen. Die Bakterien aus den erwärmten Böden waren außerdem schwerer abzutöten und gegen 22 Antibiotika hatten sie eine größere Resistenz als die Bakterien aus den kühleren Böden.

Die Studie deutet darauf hin, dass der Klimawandel die Antibiotikaresistenz bei Bodenmikroben beschleunigt. Das könnte auch erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.