Uralte Bakterien, die in Eishöhlen gespeichert sind und gegen gängige Antibiotika resistent sind - das ist für viele eine Horrorvorstellung. Das kann aber auch eine Chance sein.

Rumänische Forschende haben solche Bakterien in Eisbohrkernen gefunden, die sie aus einer Eishöhle in Rumänien herausgeholt hatten. Sie schreiben im Fachblatt Frontiers in Micro-Biology, dass die Proben aus einer Zeit vor 5000 Jahren stammen. Ein Bakterienstamm war gegen zehn moderne Antibiotika resistent, die zum Beispiel bei Tuberkulose oder Harnwegsinfektionen eingesetzt werden.

Wenn das Eis aus der Höhle schmelzen würde, könnten die Bakterien Gene auf moderne Bakterien übertragen und die Probleme mit Antibiotika-Resistenzen noch erhöhen. Aber die Bakterien besaßen auch Gene, die potenziell in der Lage sind, andere Bakterien, Pilze und Viren abzutöten. Das sehen die Forschenden als große Möglichkeit für die Wissenschaft: Das könne helfen, neue Antibiotika zu entwickeln. Sie fordern, dieses Potenzial zu nutzen - und gleichzeitig vorsichtig mit den Eis-Bakterien umzugehen, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.