Jetzt gibts neue Zahlen dazu, vom Institut für Arbeitsmarktforschung. Im ersten Quartal dieses Jahres haben so viele Menschen in Teilzeit gearbeitet wie noch nie: insgesamt rund 40 Prozent aller Erwerbstätigen. Pro Woche haben sie aber gleichzeitig mehr Stunden gearbeitet: Im Schnitt waren es 18,88 Stunden. Das sind 0,3 mehr als im ersten Quartal letztes Jahr. Außerdem haben sich weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krankgemeldet.
Der Experte Enzo Weber vom IAB sagt dazu, "Weniger Erwerbstätige arbeiten mehr". Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien 270.000 Vollzeitjobs verloren gegangen, und 150.000 Teilzeitjobs dazugekommen. Aber: "In Teilzeit wird immer länger gearbeitet, Minijobs gehen weiter zurück.", sagt Weber.
Anfang des Jahres hatte Kanzler Friedrich Merz behauptet: In Deutschland werde zu wenig gearbeitet. In einem inzwischen geänderten CDU-Papier war abschätzig von Lifestyle-Freitzeit die Rede. Hintergrund ist, dass der Wirtschaftsflügel der Partei für ein Ende des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit ist. Nur wer besondere Gründe wie die Pflege von Angehörigen oder Kindern anführen kann, solle einen Rechtsanspruch haben. Nach einem "Shitstorm" ist das Wort Lifestyle aus dem Antrag gestrichen worden, wie die Tagesschau berichtet.
Im Unklaren ließ die CDU bis zuletzt, wie viele Menschen wirklich "freiwillig" oder aus einem Luxus heraus in Teilzeit arbeiteten und inwiefern das nicht auch gerechtfertigt sei. Zudem gibt es eine große Range an Stundenzahlen: Teilzeit meint erstmal nur eine kürzere Wochenarbeitszeit als die von vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten im Betrieb.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind besonders häufig Frauen in Teilzeit tätig: Mehr als jede zweite Frau (50,6 Prozent) arbeitete 2025 in Teilzeit. Bei Männern war es dagegen nur etwa jeder Siebte (14,3 Prozent). Zwar bleibt der Unterschied groß, allerdings ist die Teilzeitquote bei Männern in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als bei Frauen. Im Jahr 2015 waren es noch 10,6 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen. Unter erwerbstätigen Müttern mit Kindern unter 18 Jahren lag die Teilzeitquote bei 66,4 Prozent. Bei Vätern waren es lediglich 8,6 Prozent.
Auch mit zunehmendem Alter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steigt die Teilzeitquote deutlich an. Während unter den 55-Jährigen knapp ein Drittel in Teilzeit arbeitete, war es bei den noch erwerbstätigen 65-Jährigen bereits mehr als die Hälfte. Unter 70-Jährigen lag der Anteil sogar bei gut 90 Prozent.
