Demokratie ist ein griechisches Wort - das antike Athen gilt ja auch als "Erfinder" der Demokratie.

Doch das ist eine sehr eurozentrische Sicht, sagt das Team hinter einer Studie im Fachjournal Science Advances. Denn die Demokratie hat breitere Wurzeln in der ganzen Welt. Die Forschenden haben sich 31 verschiedene prähistorische und antike Gesellschaften angeschaut. Und teilen sie auf einer Skala von "demokratisch" bis "autokratisch" ein.

Dazu analysierten sie z. B. den Aufbau von Städten, um daraus Schlüsse auf das Gesellschaftssystem zu ziehen. So gab es im bronzezeitlichen Mohenjo-Daro im heutigen Pakistan keinen Palast - also wahrscheinlich auch keinen Herrscher. Stattdessen war eine Badeanlage das Zentrum und die Häuser waren auch ähnlich gut ausgestattet.

Auch im mexikanischen Teotihuacan gibt es Hinweise, dass es dort keinen Alleinherrscher gab, sondern wohl eine breitere Herrscher-Elite. Und die Irokesen in Nordamerika sind bekannt dafür, dass sie Stammesräte und einen übergeordneten Bundesrat hatten. Entscheidungen mussten oft im Konsens getroffen werden.