Oben in den Bergen nimmt die Artenvielfalt noch zu - was im ersten Moment gut klingt, ist es nicht unbedingt.

Denn die Vielfalt kommt daher, dass Pflanzen aus tieferen Regionen auch weiter oben wachsen. Dadurch gehen typische, seltene Hochgebirgsspezialisten verloren. Ein wichtiger Grund für die Veränderungen ist die Erderwärmung. Eine Studie im Fachmagazin Science zeigt, dass im Laufe von rund zwanzig Jahren viele spezielle Gebirgspflanzen verschwunden sind. Dafür tauchen Pflanzen auf, die eigentlich im Tal wachsen, wie zum Beispiel die Rasen-Schmiele.

Ein Forschungsteam aus Österreich hat das beobachtet. Dazu haben die Forschenden fast 900 kleine Beobachtungsflächen auf verschiedenen Höhenlagen abgesteckt, auf mehr als 60 Gipfeln in Europa. Die wurden alle fünf bis zehn Jahre analysiert - und die Studienergebnisse zeigen: Je höher der Temperaturanstieg auf einem Gipfel, desto größer ist auch der Artenverlust. Vor allem auf Bergen im Mittelmeerraum ist das sichtbar. Dort konnten innerhalb von zwanzig Jahren viele Pflanzenarten auf den Untersuchungsflächen nicht mehr wiedergefunden werden. Stattdessen kamen wärmeliebende Arten aus tieferen Lagen dazu.