Große Flächen im Norden der Wüste strahlen in violett, gelb und rot. Das passiert im Schnitt nur alle fünf bis zehn Jahre, denn die Atacama ist die trockenste Wüste der Welt. Es muss dort im Südhalbkugel-Frühling schon viel regnen, damit die Pflanzen anfangen zu blühen.
Aber wie kann es sein, dass ausgerechnet an so einem lebensfeindlichen Ort so eine Vielfalt an Blütenfarben auftritt? Das hat ein Forschungsteam untersucht: am Beispiel der Guanako-Pfote. Das ist die Blume, die die Atacama am meisten prägt. Die Forschenden haben festgestellt, bestimmte Farbkombinationen sind gut für Bestäuber wie Wespen und Bienen. Durch deren Augen sehen die Blüten fast aus wie Zielscheiben: Die Mitte hat eine andere Farbe. Das lockt die Insekten genau an den richtigen Ort - dorthin, wo es die Pollen gibt.
Und die Pigmente, die für die Farbenpracht sorgen, machen Pflanzen vermutlich resistenter gegen Salz und Trockenheit. Das ist praktisch, denn die Samen der Guanako-Pfote liegen oft mehrere Jahre in der Erde, bis sie endlich ihren großen Auftritt haben.
