Die Menschheit wird offenbar auf lange Sicht kurzsichtiger - und das liegt wohl an zu viel Zeit drinnen und vor Bildschirmen.

Ein Forschungsteam der Universität Guangzhou in China geht davon aus, dass bald deutlich mehr Kinder eine Brille brauchen. Sie haben Daten aus 50 Ländern weltweit dazu ausgewertet, zu Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 19 Jahren. Das Ergebnis: War vor 20 Jahren noch jedes vierte Kind kurzsichtig, war es letztes Jahr schon jedes dritte. Die Prognose in der Studie lautet, dass 2050 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen kurzsichtig sein werden. Die Forschenden sprechen von einem globalen Gesundheitsproblem.

Bildschirmarbeit macht das Problem größer

Wer kurzsichtig ist, sieht Dinge weiter entfernt unscharf. Es ist Stand der Forschung, dass das Starren auf Bildschirme das Problem verschlimmert; ob jemand nur drinnen sitzt oder Tageslicht abbekommt, wirkt sich wohl außerdem auf die Entwicklung des Auges aus.

Ein Indiz dafür könnte auch sein, wie das Problem regional verteilt ist. Während in Japan und Südkorea laut Studie mittlerweile mehr als 80 Prozent der Kinder kurzsichtig sind, kommen aus Uganda und Burkina Faso eher Werte um 1 Prozent.