Bakterien können ihr Zusammenleben organisieren und eine Schleimschicht produzieren, die sie schützt. Das nennt sich dann Biofilm und entsteht zum Beispiel in Rohren oder auch auf unseren Zähnen, wenn wir sie nicht regelmäßig putzen.
In der Fachzeitschrift Nature Microbiology schreiben Forschende, dass in Biofilme auch eine Art Notfall-Schleudersitz eingebaut ist. Wenn Bakterien im Biofilm eine lebensbedrohliche Gefahr spüren, zum Beispiel einen Nährstoffmangel, dann stellen sie lange Molekülketten her, die sehr viel Wasser aufnehmen. Dabei schwellen dies Molekülketten an und können Bakterien durch die Schleimschichten hindurch schleudern. Diese Bakterien können der Gefahr so entgehen und sich dann einen besseren Ort suchen, an dem sie einen neuen Biofilm gründen. Der molekulare Schleudersitz könnte also das Überleben der Biofilm-Gemeinschaft sichern.
