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Bei der Job-Bewerbung hat eine Meryem Öztürk weniger Erfolg als eine Sandra Bauer - und noch weniger, wenn Meryem Öztürk auch noch ein Kopftuch trägt.

Das belegt eine Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Dafür wurden fast 1500 fiktive Bewerbungen für Bürojobs verschickt, bei denen die Qualifikationen identisch waren; einmal hatte die "Bewerberin" einen typisch deutschen oder einen typisch türkischen Namen, und auf dem Foto war die türkische "Bewerberin" einmal mit und einmal ohne Kopftuch zu sehen. Dabei bedeckte das Kopftuch nicht den Hals, also ein Zeichen für eine liberale Einstellung der Trägerin. Generell war auf den Bildern immer die gleiche Frau zu sehen.

Ernüchterndes Ergebnis

Als "Sandra Bauer" bekam die Frau bei fast jeder fünften Bewerbung eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, als "Meryem Öztürk" ohne Kopftuch nicht mal bei jeder siebten und als "Meryem Öztürk" mit Kopftuch sogar nur bei jeder zwanzigsten Bewerbung. Eine Bewerberin mit türkischem Namen und Kopftuch musste im Schnitt also 4,5 Mal so viele Bewerbungen schreiben wie eine Bewerberin mit deutschen Namen und ohne Kopftuch. Bei höheren Positionen im Büro war der Schnitt sogar noch schlechter, bei Sekretärinnen-Jobs etwas besser. Für die Studien-Autorin sind die Ergebnisse ein klares Zeichen für Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

"Oft wird vermutet, dass es Musliminnen nicht in den Arbeitsmarkt schaffen wegen ihrer geringen Qualifikation oder mangelnden Deutschkenntnissen. In der Studie hatten sie aber exakt die gleiche Qualifikation wie die anderen und sprachen fließend Deutsch."
Die Studienautorin Doris Weichselbaumer

Dass Menschen mit ausländisch - vor allem muslimisch - klingenden Namen bei der Jobsuche Nachteile haben, haben schon andere Studien gezeigt. Zum Kopftuch gab es laut der Forscherin der aktuellen Studie aber noch kaum Untersuchungen.

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